Jülich - Auf New Orleans folgt Kirchberg

Auf New Orleans folgt Kirchberg

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Vom Mekka der Oldtime-Jazzer ins beschauliche Jülich-Kirchberg: Die Mary-Castle Jazzband, hier auf dem diesjährigen French Quarter Festival in New Orleans, tritt Ende Juni im Wymarshof auf.

Jülich. Raritäten im ausgefallenen Arrangement, das ist die Spezialität der Mary-Castle-Jazzband, die mit ihrem mitreißenden Repertoire wohltuend von üblichen Prorammen abweicht. So zumindest sieht die Kölner Oldtime Jazz-Formation sich selbst.

Und alle Fans der Stilrichtung können sich davon am Sonntag, 27. Juni, auf dem Kirchberger Wymarshof überzeugen. Dort bestreitet die Gruppe ab 11 Uhr den musikalischen Frühschoppen „Jazz auf dem Lande mit der Mary-Castle Jazzband” auf dem Wymarshof in Jülich-Kirchberg. Der Eintritt kostet 8 Euro, 5 Euro für Mitglieder. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt.

Den Traum aller Oldtime-Jazzer, ein Auftritt auf dem French Quarter Festival im Mekka New Orleans, erfüllten sich die Mary-Castle-Jungs in diesem Jahr. Zudem zählt die Combo zum alljährlichen Inventar des Jazzfestivals in Cala D´Or auf Mallorca, so auch jüngst Anfang Juni. Mit im Gepäck war natürlich die aktuelle CD „Zwischenwerk”, die Ende 2009 veröffentlicht wurde.

Hauptantrieb der sechs Musiker um Rolf Kannen (Trompete/Kornett), Elmar Kläsener (Klarinette/Saxophon), Reinhold Wagner (Posaune), Klaus Diemer (Banjo/Gitarre), Egbert Diemer (Bass) und Walter Bungard (Schlagzeug) ist das Bestreben, der Riester-Rente, Harz-IV-Regelungen und anderen Gemeinheiten des Renten- und Pensionärsalters zu entgehen.

Hohes Durchschnittsalter

Dem Individualismus dieser Herren entsprechend fällt es New-Orleans-Missionaren, Oldtime-Fetischisten und Swing-Heinis schwer, die Band einem bestimmten Stil zuzuordnen - gespielt wird, was gefällt.

Die Mary-Castle-Jazzband spielt auf Grund ihres hohen Durchschnittalters nicht nur in der für den englischen Dixieland in der Barber-Ball-Bilk-Zeit der 50ger und 60ger Jahre des vergangenen Jahrhunderts typischen Besetzung, sondern damit auch alterstypisch. Zu ihrem Programm gehören Kinderlieder („Teddy Bear´s Picnic”) ebenso wie deutsche Schlager-Klassiker („Das gibt´s nur einmal”, „Bel Ami”).

Das Repertoire wird während der Proben in stundenlangen Diskussionen zunächst erarbeitet und anschließend mit Rotwein vertieft, ehe sich die Musiker vor jedem Auftritt, besonders im Kölner Jazzlokal „Streckstrump”, für mehrere Tage der Besinnung in das Zisterzienserkloster La Trappe (Département Orne) zurückziehen, um sich dort fit zu machen.

So entsteht bei jedem Auftritt eine Mischung aus (prä-)senilem Humor, kaltblütiger Benutzung der Instrumente und Entfernung vom guten Geschmack, die das Publikum immer wieder zu Beifallsstürmen hinreißt.

Konsequente Linie

Es ist also nur konsequent, wenn die Band in den kommenden Jahrzehnten dieser Linie treu bleibt, bis die Klimakatastrophe neue Überlegungen erforderlich macht.

Die Ursprünge der Mary-Castle Jazzband

Der Name der Mary-Castle Jazzband lehnt sich im übrigen an ihren Geburtsort an: Köln-Marienburg. Hier, in unmittelbarer Nachbarschaft zur „Marienburg”, die dem Stadtteil in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ihren Namen gab, entstand die Band zu Beginn der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts.

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