Auf ein Neues: Zweiter Anlauf zur Gesamtschule

Von: ojo
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„Ich würde gerne weitermachen.“ Bürgermeiser Wolfgang Witkopp resigniert nicht nach dem gescheiterten ersten Anlauf zur Errichtung einer Gesamtschule. Foto: Jonel

Linnich. Es ist noch nichts verbrannt. Oder andersherum: Phönix will sich wieder aus der Asche erheben. In Linnich macht sich Aufbruchstimmung breit. Der zweite Anlauf zur Errichtung einer Gesamtschule ist breitester Wille – zumindest schon mal im Schulausschuss. Wichtige Erkenntnis aus dem gescheiterten ersten Anlauf: Der zweite Versuch soll unter anderen Bedingungen unternommen werden.

Darauf hatte Bürgermeister Wolfgang Witkopp in einer flammenden Rede besonders abgehoben. Und selten wie nie wurde ihm beigepflichtet von allen Fraktionen.

Witkopp hatte zuvor weit ausgeholt. In der Zeitabfolge des Genehmigungsverfahren und der Auseinandersetzung mit den Gegnern der Aldenhoven-Linnicher Gesamtschulpläne ging er auch auf die Rückläuferzahlen, die in beiden weiterführenden Schulen in Linnich im ersten Schulhalbjahr 2012 registriert wurden. 24 Kinder, davon 19 aus Gymnasien, nahm die Linnicher Realschule auf, 42 Rückläufer verzeichnete die Hauptschule. „Für mich gib es kein deutlicheres Argument für eine Schule gemeinsamen Lernens“, sagte Witkopp angesichts dieser „absolut dramatischen Zahlen“. Die Rückläuferquote hatte schon Hauptschulrektorin Renate Schäfer in der zurückliegenden Diskussion als wichtiges Argument pro Gesamtschule vorgebracht.

Wolfgang Witkopp bekräftigte vor dem Ausschuss seine Bereitschaft, noch einmal mit ganzer Kraft ein Gesamtschulprojekt anzugehen. Die Mistreiter meldeten sich sofort. FDP, PKL und Grüne stimmten zu, und die SPD hatte sogleich einen Antrag parat. Die Verwaltung soll alle Schritte einleiten, damit noch vor den Sommerferien der Antrag auf Errichtung einer Gesamtschule ab dem Schuljahr 2014/15 bei der Bezirksregierung Köln eingereicht werden kann. Das soll den zeitlichen Puffer schaffen, „in ein gesichertes Anmeldeverfahren zu kommen“.

Lediglich Achim Grün (CDU) stimmte gegen diesen Antrag, sein Parteifreund Jakob Wiesler enthielt sich der Stimme.

In der bewegten Diskussion, in der Leo Cremer (CDU) vor übereiltem Aktionismus gewarnt und verlässlichere Zahlen als beim gescheiterten ersten Verfahren gefordert hatte, kristallisierte sich ein Schwerpunkt heraus. Bei den Eltern der heutigen Drittklässlern, den potenziellen Gesamtschülern im nächsten Jahr also, müsse weit gründlicher Informations- und Überzeugungsarbeit geleistet werden, als das in den vergangenen Monaten geschehen sei. Erst dann könne ein verlässlicheres Meinungsbild abgefragt werden. Witkopp: „Nicht wir müssen überlegen, was wir wollen. Wir müssen die Eltern fragen, was sie wollen.“

Dass die Verwaltung das erste Gespräch mit den Drittklässler-Eltern bereits vor der Sitzung für Mitte März terminiert hatte, ist Beleg dafür, dass man diesmal keine Zeit verlieren möchte. In diesen Prozess sollen neben den Eltern auch die Lehrkräfte eingebunden werden.

Der Wunsch nach einem engen Schulterschluss mit den Eltern kommt nicht von ungefähr. Bei der Elternbefragung im vergangenen Jahr hatten sich 75 Prozent der Eltern der aktuellen Viertklässler für die Gesamtschule ausgesprochen.

Diese hohe Zustimmung hat sich nicht in den tatsächlichen Anmeldezahlen niedergeschlagen. Bei den Drittklässlern, deren Eltern damals ebenfalls befragt wurden, war die Zustimmung noch höher, erinnert der Linnicher Bürgermeister. „Wir müssen wissen, ob diese Eltern dabei bleiben, ob sie eine andere Entscheidung treffen, und wenn, aus welchen Gründen.“

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