Auf den Spuren der Entstehungsgeschichte im Glasmalerei-Museum

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Linnich. Die Erschaffung der ganzen Welt an sieben Tagen? Auch wenn die Verfasser des Schöpfungsgedichts, mit dem die Bibel beginnt, damals vor etwa 2500 Jahren diese Vorstellung hatten, wissen auch die Kinder des 3. Schuljahres der Grundschule Linnich, dass die Evolution erstaunlicherweise zwar in etwa in der dort aufgeführten Reihenfolge, aber nun doch nicht „ganz so flott” vonstattenging.

Im Religionsunterricht erkannten die Kinder zum einen, dass das Volk Israel zu jener Zeit trotz der Unterdrückung in der babylonischen Gefangenschaft Gott nicht nur als den Retter, sondern auch als den Schöpfer allen Lebens lobte. Zum anderen erfuhren sie, dass nach den derzeitigen Erkenntnissen der Naturwissenschaften im sogenannten Urknall der unergründliche Start des ganzen Universums lag, das sich seit etwa 14 Milliarden Jahren bis heute und in alle Zukunft immer noch weiter ausbreitet.

Um das Staunen der Kinder über die Entwicklung der Welt zu verstärken, wurden sie von ihrer Lehrerin Marianne Coers in das Glasmalerei-Museum in Linnich geführt. Dort erfuhren sie von der pädagogischen Leiterin Dorothea Gerards, dass sich Menschen immer mit Fragen zur Entstehung der Welt und zum Leben nach dem Tod künstlerisch auseinandergesetzt hatten und ihre Vorstellungen auch in Kirchenfenstern zum Ausdruck gebracht hatten.

Bilderfolge

Dorothea Gerards zeigte und erklärte den Kindern die großformatigen Entwürfe des Malers und Glaskünstlers Markus Lüpertz für Fenster zur Schöpfungsgeschichte. Diesem Glaskünstler widmet das Glasmalerei-Museum derzeit eine Ausstellung mit dem Titel „Markus Lüpertz wird 75. Ein Geschenk für das Rheinland”.

Seine Zeichnungen folgen dem im ersten Text der Bibel poetisch beschriebenen Handeln Gottes an den sieben Entstehungstagen: die Erschaffung des Lichts, des Himmels, des Wassers und der Erde, der Pflanzen, der Gestirne, der Tiere und des Menschen.

Den Kindern wurde klar, dass es dem Künstler nicht um eine detailgetreue Darstellung der Dinge und Lebewesen ging, sondern um eine Andeutung der Geschöpfe, die zum genauen Hinschauen und Entschlüsseln der Zeichen und Symbole einlädt.

Anschließend wurden die Kinder selbst zu Künstlern. Sie setzten sich vor das Bild von Markus Lüpertz, das sie am meisten ansprach, und malten auf großen Tapetenstücken ihre eigene Vorstellung von dem jeweiligen Schöpfungsereignis. Mit den nachempfundenen Linien, Formen und Farben brachten sie die im Schöpfungsakt wirksame Kraft zum Ausdruck.

Die Kinder meinten: „Der Künstler will die Wunderwelt zeigen. Er malt so abstrakt, damit die Leute länger vor den Bildern stehenbleiben, darüber staunen und versuchen, sie zu enträtseln, ebenso wie die Menschen herausgefordert sind, die Natur zu erforschen und nach dem Ursprung der Welt zu fragen.”

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