Auf dem Wohnungsmarkt hakt es zusehends

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Jülich. „Jülich ist eine liebens- und lebenswerte Stadt“, lautet eine Aussage, der die Jülicher SPD mit voller Überzeugung zustimmt. Gleichwohl entwickelt sie sich zu einer Stadt, in der nicht jeder so leicht einen angemessenen Platz zum Leben findet.

Während der anspruchsvolle und kostenintensive Wohnungsmarkt wächst, wird der Wohnungsmarkt für die kleineren Einkommen immer enger. Das trifft Studenten, Senioren sowie Sozialhilfeempfänger und Geringverdiener. Dass dieser Bedarf auf dem Jülicher Wohnungsmarkt kaum bis gar nicht mehr gedeckt wird, lässt sich an einer Reihe von Beispielen ablesen: Im Zuge der jüngsten Diskussion zur Unterbringung der Flüchtlinge machte die Verwaltung deutlich, dass sie bereits heute Wohnungen auf dem freien Imobilienmarkt anmieten muss, um eine Versorgung der Flüchtlinge zu gewährleisten.

Dies trägt ebenso zur Knappheit bei wie der wachsende Bedarf der Studenten an bezahlbarem Wohnraum. Auch der Verkauf eines Großteils der Schweizer Siedlung muss in diesem Kontext kritisch gesehen werden. „Wir sehen hier zu viel Aktionismus am Werk. Die langfristige Auseinandersetzung mit den Herausforderungen des Wohnungsmarktes, wie von der Verwaltung im Programm Jülich 2020 aufgezeigt, ist bisher nicht erkennbar“, bemerkt Oliver Ollech aus dem Ortsvereinsvorstand der SPD.

Aus Sicht der SPD steht die größte Herausforderung für die Entwicklung des kommunalen Wohnungsmarktes erst noch bevor. Die Gruppe der Menschen, die in ihrem Erwerbsleben Brüche aufweisen und nicht durchgängig Einkommen bezogen hat, wächst seit gut 30 Jahren an. Diese Menschen werden folglich im Alter eine geringe Rente beziehen und damit einen großen Bedarf an bezahlbarem Wohnraum haben. Hinzu kommen die Bezieher von Arbeitslosengeld, deren Wohnzuschuss ebenfalls nur für bestimmte Wohnungsgrößen vorgesehen ist.

Die Sozialdemokraten sind sich bewusst, dass bei der aktuellen Haushaltslage solch ein Vorhaben nicht von der Stadt alleine gestemmt werden kann. Sie verweisen allerdings darauf, dass es eine Reihe von Förderprogrammen, Anreizen für Investoren und Modellprojekte gibt, deren Anwendung auch für Jülich geprüft werden müssen. Auch die Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) Jülich sei in diesem Bereich stärker in die Pflicht zu nehmen.

„Damit Bewegung in die Sache kommt, schlagen wir als ersten Schritt einen runden Tisch aus Vertretern von Verwaltung, SEG, Politik und Unternehmen des Baugewerbes vor, zu dem der Bürgermeister einlädt und der mit vereinten Kräften und politischem Willen eine praktikable und zeitnahe Lösung für Jülich entwickelt“, sagt der Ortsvereinsvorsitzende Marco Maria Emunds.

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