Auch Lehrer müssen sich anstellen

Von: hfs.
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Während der großen Pause sind Jeffrey Mevis und Lars Böshagen immer gefragt. Auf einen Kaffee und zum Plausch schauen dann auch schon einmal Claudia Prick-Hermanns, Schulleiter Jürgen Rudig oder Gisela Lemke-Stolberg (v.l.) vorbei. Foto: hfs.

Inden. Es ist kein normaler Schulalltag, den die Pennäler an ihrer Hauptschule in Inden erleben. Wenn der Gong zur Pause ertönt, zieht es die Jungs und Mädels nicht nur auf den Pausenhof. Sie gehen auch ins Café - mit ausdrücklicher Duldung des Rektors.

Seit fünf Jahren spielt der Gong, wenn er denn zu einer großen Pause erklingt, eine besondere Rolle an der Indener Gemeinschafts-Hauptschule. „In wenigen Minuten ist dann hier unser Café proppenvoll”, freut sich Jeffrey Mevis.”

Der 16-Jährige ist „Chef” eines sechsköpfigen Teams, das aus Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse gebildet wird. „Wir verwalten und führen in Eigenregie den Betrieb”, sagt Mevis. Soll heißen, es werden nicht nur Getränke verkauft, sondern man ist auch für die Sauberkeit des großen Raumes verantwortlich.

Dass keine großen Einnahmen erzielt werden, ist verständlich. Es werden die Selbstkosten weitergegeben. Auch dann, wenn es in der großen Pause die äußerst beliebten Sandwiches gibt. „Die machen wir selber, wir kaufen in einem nahen Supermarkt ein, dann werden die für 60 Cent verkauft.” Jeffrey Mevis freut sich mit seinen Mitstreitern, dass die auch bei den Lehrern äußerst beliebt sind. „Und die müssen sich wie alle anderen auch anstellen”, sagt Lars Böshagen.

Doch nicht nur das Geschäft - der Erlös fließt in der Regel in das Schulfest - spielt im Leben der Zehntklässler eine Rolle. Sie wurden in einer einjährigen Vorbereitungszeit während des Wahlpflichtunterrichts - in Kooperation mit Lehrerin Gisela Lemke-Stolberg und der Schulsozialpädagogin Claudia Prick-Hermanns - zu Streitschlichtern ausgebildet.

„Konfliktfälle gibt es täglich”, so Mevis, wobei er betont, dass es gerade die „Mobbinggeschichten sind, in die wir uns einklinken.” Ob man sich mehr Mädchen oder Jungs „annehmen” muss, diese Frage beantwortet Lars Böshagen diplomatisch. „Ich meine, es hält sich die Waage.” Doch damit sind Sylwia Neumann oder Kristina Pantke nicht einverstanden. „Es dürften doch mehr Mädchenfälle sein”, schätzen sie.
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