Auch in Inden drohen enorme Steuersätze

Von: -vpu-/ojo
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Jülicher Land. Das Jahr 2017 dürfte in einigen Kommunen des Kreises Düren als Jahr der Rekord-Steuererhöhungen eingehen. Enorme Steigerungen drohen nicht nur der Bürgerschaft in der Gemeinde Aldenhoven (aktuell geplanter Stand Grundsteuer B: 1155 Punkte), sondern auch in der Gemeinde Inden.

Die dortige Verwaltung hat nun der Kommunalpolitik vorgeschlagen, die Grundsteuer B fast zu verdoppeln: von 460 auf 900 Punkte. Und auch die Gewerbesteuer soll deutlich steigen: von 490 auf 600 Prozentpunkte.

Damit beschäftigen sich Hauptausschuss und Gemeinderat am 8. beziehungsweise 15. Dezember. „Zur weiteren Konsolidierung“ sei eine „signifikante Erhöhung der Hebesätze aller Gemeindesteuern unabdingbar, um realistischerweise einen genehmigungsfähigen Haushalt zu erstellen“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Die neuen Sätze sollen rund 1,46 Millionen Euro mehr in die Gemeindekasse bringen.

Ein großes Loch in diese reißen im nächsten Jahr die Kreisumlagen. Das ist das Geld, das die Gemeinde an den Kreis Düren überweisen muss, der zahlreiche Dienstleistungen für seine Kommunen erbringt. Im Fall Inden werden 2017 nach Angaben der Gemeindeverwaltung über 2,5 Millionen Euro mehr an Kreis- und Jugendamtsumlage fällig.

Daher schlagen Kämmerer und Bürgermeister vor, Steuererhöhungen noch vor der konkreten Planung des Haushaltes zu beschließen, um eine Verunsicherung der Bürger über Monate zu vermeiden und 3000 Euro für zusätzliche Bescheide zu sparen, die nötig wären, wenn erst im Laufe des Jahres neue Steuersätze beschlossen würden.

Noch heftiger fällt die Grundsteuer-B-Erhöhung in Aldenhoven aus (1155 ), wenn sie im Rahmen der Etatentscheidung denn beschlossen wird. Bei den jüngsten Beratungen war von mehreren Seiten die Tendenz zu erkennen, solche hohe Sätze der Bürgerschaft nicht zumuten zu wollen.

Die Kreisumlagen stellen auch die Stadt Jülich vor Probleme. Die kommende Woche geplante Einbringung eines Doppelhaushaltes wurde auf Anfang 2017 verschoben. Die Stadt müsse laut Bürgermeister Axel Fuchs 750000 Euro mehr an Kreisumlagen in 2017 und 1,5 Millionen Euro mehr in 2018 überweisen. Das seien Differenzbeträge gegenüber dem schon einkalkulierten Mehraufwand. Nach Informationen unserer Zeitung wird im Rathaus ein Grundsteuer-B-Satz von 630 (aktuell 535) und ein Gewerbesteuersatz von 540 Punkten (513) diskutiert.

Auch in der Gemeinde Titz, wo Bürgermeister Jürgen Frantzen den Haushaltsentwurf 2017 nächste Woche einbringt, wird es Steuererhöhungen geben. Die orientieren sich allerdings am Vorgehen der vergangenen Jahre, und die Sätze bleiben vergleichsweise moderat. Er sagte auf Anfrage gestern, dass er 20 bis 40 Punkte mehr vorschlagen werde: auf 340 Grundsteuer A, auf 560 Grundsteuer B und auf 480 Gewerbesteuer.

Noch ist der Haushalt 2017 der Stadt Linnich ein Buch mit unbeschriebenen Seiten. „Die Frage nach den Steuersätzen werde ich in der Woche vor Einbringung des Haushalts beantworten könne, eher erst drei Tage vorher.“ Also frühestens im Januar 2017. Linnichs Beigeordneter Hans-Josef Corsten will sich im Vorfeld an keinerlei Spekulationen beteiligen.

Immerhin lässt der im Etat- und Haushaltsbereich überaus erfahrene Kämmerer so viel durchblicken, dass die Linnicher Kämmerei ohnehin schon von einer höheren Kreisumlage ausgegangen ist. Er sagte: „Einen Sprung bei den Hebesätzen wie in Aldenhoven sehe ich für Linnich nicht.“ Aktuell liegen die Hebesätze hier am unteren Rand im Nordkreis: Grundsteuer A 340, Grundsteuer B 490 und Gewerbesteuer 450.

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