Jülich - Atonale Tendenzen bis Ennio Morricone

Atonale Tendenzen bis Ennio Morricone

Von: ptj
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Studiertes Können gepaart mit
Studiertes Können gepaart mit Spielfreude: Die seit knapp drei Jahren bestehenden „Juliacum Brassers” begeisterten in der Christuskirche.

Jülich. Höchste musikalische Ansprüche in wechselnden Stilrichtungen verschiedener Epochen erfüllte das viel beklatschte Konzert der „Juliacum Brassers” in der Christuskirche.

Martin Schädlich und Klaus Luft an diversen Trompeten, Hornist Andreas Trinkaus und Posaunist Johannes Meures sind alle studierte Musiker. Sie starteten mit atonalen Tendenzen, ohne melodische oder harmonische Beziehung zu einem Grundton, wie „Profiles in Brass” aus der Feder des US-amerikanischen Bläser-Komponisten David Uber. Zwei Trompeten und ein Horn interpretierten die aus einer variablen Tanzfolge bestehende „Cassazione” in drei Sätzen des ungarischen Komponisten Zoltan Horusitzky.

Posaunist Meures setzte bei diesem Stück aus, um im Anschluss von der Empore ein eindrucksvolles Solo zu bringen, die „Sérénade” von Gilles Senon. Zu den ganz besonderen Stücken zählte die feinfühlig gespielte vierstimmige Suite von Helmut Barbe nach Gedichten von Joseph von Eichendorff, ursprünglich für einen Posaunenchor komponiert. Schädlich verlas dazu die ersten beiden Gedichte: „Der wandernde Musikant”, das die Messingbläser fröhlich leicht interpretierten, und das tiefsinnig/traurige „In der Fremde”.

Die Variationen über eine baltische Melodie aus dem Wallis von Kurt Sturzenegger trug den ungewöhnlichen Titel „La Matze” (Ungesäuertes Brot der Juden). Lufts Deutung zielte auf die musikalischen Einflüsse der Sarazenen ab, die sich um 1000 nach Christus im schweizerischen Wallis niederließen. Die technisch größte Herausforderung für die Musiker war sicherlich die Fuge von Camille Saint-Saëns, die aber in Perfektion zu Gehör gebracht wurde. Die meiste Anstrengung wird Choral und Fuge über „So nimm denn meine Hände” aus der Feder des vielseitigen niederländischen Dirigenten und Komponisten Jan Koetsier erfordert haben, durch dessen Schaffen sich die Blechbläser-Kammermusik maßgeblich im Musikleben etablieren konnte.

Erwähnenswert waren drei Stücke von Max Reger, „Großes Fest”, „Bange Frage” und „Fast zu keck”. Mit „Sentimental Journey” von Bud Green, Les Brown und Ben Homer wurde der poppige und jazzige Konzertteil eingeläutet, gefolgt vom fünfteiligen „Jazz Quartet for Brass” von Christopher Norton. Mit dem Soundtrack „Once Upon a Time in The West” von Ennio Morricone und dem Dixieland Jazz-Stück „Tiger Rag” von Nick LaRocca endete das breitgefächerte Repertoire der Messingbläser.
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