Atomkraftgegner proben die Sitzblockade

Von: Nicola Gottfroh
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Aktionsform im Test: Martina Haase (l.) und ihre Mitstreiter im Kampf gegen Atomkraft proben am Streckenabschnitt 220 der Rurtalbahn die Sitzblockade. Foto: Gottfroh

Jülich. An dem Streckenabschnitt 220 auf den Gleisen der Rurtalbahn haben eine Handvoll Atomkraft-Gegner am Samstag schon einmal die Aktionsform der Sitzblockade geübt. An einer solchen sollen sich, nach Meinung der Aktionisten, die Jülicher Bürger beteiligen, wenn die geplanten und genehmigten Atommülltransporte von Jülich ins Zwischenlager beginnen.

152 Castortransporte mit radioaktivem Abfall könnten über diese Gleise vom Jülicher Forschungszentrum ins Zwischenlager Ahaus befördert werden. „Der Gleisanschluss der Rurtalbahn ist eine der möglichen Transportrouten”, sagte die Aachenerin Martina Haase vom Linksrheinischen Komitee gegen Strahlengefahr (LiKos), die zu der Protestaktion aufgerufen hatte. „Dabei ist die Rurtalbahn so eine idyllische Bahn. Viele Familien bringt sie am Wochenende in die Eifel”, sagte Haase.

Ziel der Atomkraft-Gegner war es, so die Beteiligten, die Herzogstädter für das Thema Castortransporte zu sensibilisieren. „Die Bewohner sollen Augen und Ohren offen halten, herausfinden, wann ein Transport stattfindet und ihm dann an der Bahnstrecke einen „würdigen Empfang” bereiten”, forderte einer der Teilnehmer.

Begonnen hatten die acht Protestler aus Aachen, Köln, Düren und Jülich ihren Aktionstag mit einer Kundgebung am Bahnhof in Jülich. Mit Megafon und Bannern hatten die Aktionisten versucht, die Aufmerksamkeit der Herzogstädter auf sich zu ziehen - waren jedoch an mangelndem Interesse der Jülicher gescheitert.

Allein ein interessierter Herr samt Hund nahm sich beim Gassi gehen die Zeit, den Argumenten der Protestler - gegen Atomkraft im Allgemeinen und den Atommülltransporten von Jülich nach Ahaus im Speziellen - zu lauschen. Nach der Auftaktkundgebung fuhren die Protestler mit der Rurtalbahn zum Bahnhof Forschungszentrum, von wo aus sie anschließend die Gleise auf einer Strecke von rund einem halben Kilometer abliefen, um an besagtem Streckenabschnitt ihre Sitzblockade zu proben. Danach gings weiter über Stock, Stein und Gleise in Richtung FZJ.

Zum Abschluss des Protesttages ging es mit der Rurtalbahn nach Düren zur Abschlusskundgebung.
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