Atomkraftgegner: „Das Vertrauen in die Betreiber schwindet”

Von: ng/ahw
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Jülich. Angesichts der Störfälle in den japanischen Atomkraftwerken hatte das Anti-Atom-Bündnis für Montag bundesweit zu Mahnwachen in allen größeren Städten des Landes aufgerufen. In ganz Deutschland waren rund 410 Aktionen angemeldet.

Auch in Jülich gingen am Montag die Atomkraftgegner von Bündnis 90/Die Grünen und der Linken auf die Straße. „Wir wollen mit der Aktion noch einmal klar machen, wie gefährlich Atomkraft ist”, sagte Christian Waldrich vom Kreisvorstand der Bündnisgrünen auf dem Jülicher Marktplatz. „Auch hier kann es Erdbeben geben. Vor allem aber besteht die Gefahr eines technischen Versagens. Das Vertrauen in die Betreiber schwindet”, so Waldrich.

Bereits am Wochenende hatte das Aktionsbündnis Stop Westcastor (ASW) gefordert, dass „die Konsequenzen gezogen und mit sofortiger Wirkung der endgültige Atomausstieg in die Wege geleitet wird”, ASW-Sprecher Siegfried Faust aus Jülich schreibt. Von den Atommeilern gehe weltweit eine absolut unkalkulierbare Bedrohung für alles Leben auf unserem Planeten aus.

Zudem verweist Faust auf „das Fehlen eines sicheren Endlagers”. Es sollten grundsätzlich keine Castortransporte in Deutschland mehr durchgeführt werden, „denn auch diese Transporte beinhalten - abgesehen von den immensen Kosten - unkalkulierbare Risiken” für die Menschen und die Natur in der Bundesrepublik und den Nachbarstaaten.

„Atomkraft ist selbst in einem für alle Eventualitäten gewappneten High-Tech-Land wie Japan eine von Menschen nicht beherrschbare hochgefährliche Risikotechnologie”, beurteilt Jürgen Laufs, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Jülicher Stadtrat, die Situation in den japanischen AKW. Laufs: „In diesen Stunden sind unsere Gedanken zuallererst bei den Opfern der Naturkatastrophe, ihren Angehörigen und den Zehntausenden, die in der Umgebung der Atomkraftwerke aus ihren Häusern fliehen mussten und in diesen Stunden nicht wissen, wann und ob sie jemals in sie zurückkehren können.”
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