Jülich - Atom-Kugel-Affäre: Solidaritätsbesuch aus Düsseldorf

Atom-Kugel-Affäre: Solidaritätsbesuch aus Düsseldorf

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
Solidaritätsbesuch in Jülich
Solidaritätsbesuch in Jülich: CDU-Vizefraktionschef Lutz Lienenkämper (M.), Dr. Michael Brinkmeier (l.) und der Indener Abgeordnete Josef Wirtz stellen sich in der „Atom-Affäre” vor das Forschungszentrum.

Jülich. Die Affäre um angeblich „verschwundene” hochradioaktive Brennelement-Kugeln aus dem Forschungszentrum Jülich (FZJ) hat sich aus Sicht der Opposition im Landtag als „Eigentor” des rot-grünen Landesregierung entpuppt.

Das laut CDU von der SPD-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze geschürten Ängste entbehrten jeder Grundlage, wie inzwischen erwiesen sei. Schulze musste sich bei einer Sondersitzung des Hauptausschusses am Donnerstag der Kritik der gesamten Opposition, einschließlich aus Reihen der Linken, stellen. Natürlich nutzte die Union die „Gunst der Stunde”, um sich mit dem Forschungszentrum solidarisch zu zeigen. Eine dreiköpfige Delegation statteten sowohl dem FZJ nach der lebhaften Ausschusssitzung als auch unserer Lokalredaktion einen Besuch ab.

Rückendeckung vermisst

Fraktions-Vize Lutz Lienenkämper, der wissenschaftspolitische Sprecher Dr. Michael Brinkmeier und der hiesige Landtagsabgeordnete Josef Wirtz (Schophoven) haben die Solidarität der Ministerin mit der großen Einrichtung des Landes in Jülich vermisst. Wirtz: „Wenn Frau Schulze als Dienstherrin das nicht zeigt, dann machen wir es eben!”

Wirtz erklärt, dass er in den letzten Wochen vielfach von Mitarbeitern des Forschungszentrums angesprochen worden sei, die sich ob des „Kurses” der Landesregierung höchst verunsichert und verstimmt zeigten. Das sind immerhin mehr als 4500.

„Frau Schulze muss zurücktreten”, untermauerte Lutz Linenekämper die Forderung von Union und FDP. Nach Einsicht in die Originaldokumente sei nun „zweifelsfrei klar”, dass die Ministerin durch ein „handschriftliches Änderungsbegehren” in einer Stellungnahme die Zweifel an der Vollständigkeit der Brennelemente in Jülich und damit ein bundesweites Medienecho erst ausgelöst habe. Darin sehen Lienenkämper und die CDU eine bewusste Manipulation. Auch die Rolle der Staatskanzlei in dieser Angelegenheit sei höchst zweifelhaft, sagte Lienenkämper in unserer Jülicher Redaktion. Wenn nämlich tatsächlich der Verdacht bestanden hätte, dass Brennelemente verschwunden gewesen wären, hätte die Landesregierung doch nicht einfach warten und die Hände in den Schoß legen dürfen. Daher sei der Landtag „einem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss ein gorßes Stück näher gekommen”.

Die „Flurschäden”, die diese Affäre, die keine war, angerichtet haben, kann der Physiker Dr. Michael Brinkmeier gut einordnen: „Das ist nicht nachzuvollziehen, warum das so gelaufen ist. Der gute Ruf einer solchen Einrichtung darf einfach nicht ohne Grund beschädigt werden.” Nun aber habe „die Wissenschafts-Szene” irritiert reagiert. Brinkmeier: „Das Land ist Mitträger des Forschungszentrums. Die Grundregel lautet: Man hat sich vor Schutzbefohlene zu stellen.”
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