„Asyl“-Container: Geschichte als Stückgut am Kranhaken

Von: ptj
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Die Containerelemente des ehemaligen Übergangswohnheims in Opherten werden zügig verladen, um zu ihrem musealen Standplatz im Freilichtmuseum Kommern transportiert zu werden. Foto: Jagodzinska

Opherten. „Er war der erste, der (in die Gemeinde Titz) gekommen ist, und der erste, der abgeholt wird“, philosophierte ein Ophertener Anwohner während der für den kleinen Ort spektakulären Verladeaktion der ehemaligen „Asyl“-Containeranlage neben der Feuerwehr.

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) hatte, wie bereits berichtet, die als Übergangswohnheim eingesetzten Wohncontainer gekauft, um sie als Zeitdokument in der neuen Baugruppe „Marktplatz Rheinland“ im LVR-Freilichtmuseum in Kommern auszustellen.

Im Februar hatte die Abbauaktion begonnen. Der „Flurcontainer“ ist inzwischen in einer Sonderaktion durch eine siebenköpfige Abordnung der Ophertener Feuerwehrlöschgruppe abgebaut und in einen separaten LVR-Container verladen worden. Dieser befindet sich inzwischen bereits im Freilichtmuseum.

„Der Flurcontainer bestand aus Einzelplatten, die in Kommern wieder zusammengebaut werden sollen. Allein der Boden war sehr aufwendig zu demontieren“, beschrieb Feuerwehrmann Holger Kremer die 140 Stunden dauernde Abbauaktion.

Nun galt es, die sechs verbleibenden blechernen Wohneinheiten mit Hilfe eines 50-Tonnen-Krans der Firma Breuer & Wasel mit vier Seilzügen, jeweils befestigt an den Schäkeln des jeweiligen Containerelements, auf einen der drei bereit stehenden Gliederzüge zu verladen. Diese transportierten jeweils zwei Container gleichzeitig zum Zielort Kommern.

Zügig und reibungslos verlief die Transportaktion, die mit dem 4,8 Tonnen-schweren Sanitärcontainer begann. Weil das Abwasserrohr unter dem wegen eines Rohrbruchs nicht mehr völlig intakten Containerboden abgeschraubt werden musste, wurde während der Hebung ein kleiner Zwischenstopp eingelegt. In gutem Zustand befinden sich hingegen die mit jeweils rund 3,5 Tonnen leichteren Wohncontainerelemente, die ohne Stopp verladen werden konnten. Auf Anfrage bezifferte LVR-Architekt Volker Kirsch die Transportkosten auf 5000 Euro.

Wann die neue Baugruppe „Marktplatz Rheinland“ nun in Kommern eröffnet werden soll, steht nach Bekunden von Bauhistoriker Carsten Vorwig noch nicht fest: „Wir wussten nicht, in welchem Zustand die Containerböden sind“, lautete seine Begründung.

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