Astronomie-Abend: Viele spannende Fragen beim Blick nach oben

Von: jago
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Auch wenn die Sternenbeobachtung den Wolken zum Opfer fiel, gestaltete sich der Astronomie-Abend mit dem Thema „Neues aus dem Weltall“ äußerst interessant und unterhaltsam. Foto: Jagodzinska

Barmen. „Neues aus dem Weltall“ war das Hauptthema des interaktiven Vortrags, an dem neben dem Referenten Witold Franke überwiegend Schüler teilnahmen, die sich als Mitglieder des „Astro Clubs“ einmal wöchentlich zu einem Astronomie Abend im Science College des Gymnasiums Haus Overbach treffen.

Das ursprünglich vorgesehene Programm musste aus verschiedenen Gründen abgeändert werden, so dass die Interaktion im Vortrag wesentlich mehr Gewicht bekam – keinesfalls zum Nachteil der Veranstaltung.

Der kürzlich erbrachte Nachweis der Existenz der Gravitationswellen ist zweifellos die spektakulärste Neuigkeit aus dem Weltall und war somit der selbstverständliche Einstieg in einen hochinteressanten Gedankenaustausch. Mit dem Nachweis ist die Urknall-Theorie zur Entstehung des Universums wiederum ein Stück wahrscheinlicher geworden. Genauere und klarere Aussagen werden mit dem neuen Wissen auch zur Phase der Inflation, in der sich das Universum exponentiell in der unfassbar kleinen Zeit von 10 hoch -35 Sekunden ausdehnte, erwartet – darüber war man sich einig. Kulminiert die fortschreitende Ausdehnung im zwangsläufigen Kollaps unseres Sonnensystems? Die Antwort lautete ja und nein, je nachdem welche Hypothese als Ansatz diente. Mit bemerkenswert fundiertem Wissen, dazu unbelastet von zu viel theoretischem Ballast, vertraten die jungen Leute ihre Standpunkte.

4.320.000 Km/h

Als weitere Neuigkeit wurde die einem Team von Astro-Physikern gelungene Entdeckung der Ursache für die unvorstellbare Geschwindigkeit von „US 708“, dem schnellsten Stern der Milchstraße, thematisiert. Eine thermonukleare Supernova hat den Heliumstern auf 4.320.000 Kilometer pro Stunde beschleunigt. Schlüsse aus solchen Entdeckungen zu ziehen, ist für die Astro-Club-Mitglieder eine extrem spannende Herausforderung.

Das abschließende Thema vor der aktiven Sternenbeobachtung war „Planet Nummer 9“. Ist dessen Existenz nur eine Hypothese oder haben die Erkenntnisse sich bereits zur Theorie verdichtet? Die Linkslastigkeit der Planeten innerhalb unseres Sonnensystems wird seit Jahrzehnten immer wieder einmal in den Mittelpunkt des Interesses gerückt, indem das Vorhandensein eines Gegengewichts, eben jenes ominösen Planeten Nummer 9, auf der rechten Seite vorausgesetzt wird. Sein Nachweis dürfte am ehesten gelingen, wenn er den erdnächsten Punkt seiner Umlaufbahn erreicht hat. Und hier kommt wieder der Faktor Zeit ins Spiel, höchstwahrscheinlich braucht man sehr viel davon, denn die Umlaufbahn des Gesuchten um die Sonne beträgt 260.000 Jahre. „Wir können das Universum nur beobachten“, merkte ein Teilnehmer an. Am Astronomie-Abend gestaltete sich die Beobachtung aufgrund der recht dichten Wolkendecke allerdings wenig ertragreich.

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