Archäologen stoßen vor in die Zeit vor der Zitadelle

Von: Guido Jansen
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Eine Art Drecks- und Knochenarbeit: Die Archäologen untersuchen die Erdschichten aus der Bauzeit der Zitadelle und finden unter anderem Tierknochen, die auf ein Grillfest im großen Stil hinweisen. Foto: Jansen

Jülich. Mittlerweile sind die Archäologen, die im Herzen der Zitadelle graben, im Mittelalter angekommen. Seit den Osterferien 2014 graben sie im Innenhof des Gymnasiums. Denn seitdem steht fest, dass es am Mittelpunkt der Zitadelle mehr gegeben hat als bis dahin bekannt war. Jede Ferienzeit wird genutzt, um ein Stück weit tiefer vorzudringen.

Die neueste Erkenntnis aus den Sommerferien bisher: Der Verdacht hat sich bestätigt, dass es schon vor der Renaissancefestung eine Art Besiedlung an dieser Stelle gegeben hat. Zuerst hatten die Mitarbeiter des Museums Zitadelle und die Archäologen spekuliert, dass es sich um eine Art Gartenanlage gehandelt haben könnte. „Heute sind wir uns sicher, dass da mehr war“, sagte Archäologe Norbert Bartz. Im Moment sind die Ausgrabungen auf dem Niveau der Bauzeit angelangt, die ersten Spuren des Mittelalters zuvor werden für das geübte Auge sichtbar, während der Laie allenfalls kleine Unterschiede im Farbton des Bodens bemerkt.

Große Pfostenlöcher mit einem Durchmesser von etwa 50 Zentimetern sind jetzt zu erkennen in den Schichten, die aus der Zeit vor dem Zitadellenbau stammen. Und diese Löcher verraten, das es mehr gegeben haben muss als nur eine Gartenanlage. „Was es genau gewesen ist, können wir noch nicht sagen. Vielleicht wissen wir am Ende der Ferien mehr“, sagte Bartz, der aber betonte, dass das Ende der archäologischen Arbeit noch nicht absehbar sei und in den Sommerferien sicher nicht erreicht werde. „Das ist für uns natürlich sehr spannend, weil es keine Quellen für diese Stelle vor der Zeit der Zitadelle gibt“, sagte Museums-Mitarbeiter Christoph Fischer.

Mittlerweile als gesichert gilt, dass es eine Rampe gegeben hat, die von der Mitte des Innenhofs nach unten in Richtung Keller des Nordflügels geführt hat. Mögliche Funktion: Materialtransport beim Bau der Festung. Außerdem haben die Archäologen Spuren von Feuerstellen gefunden, die umgeben sind von vielen Tierknochen; Hinweise auf ein großes frühneuzeitliches Grillfest. „Als wir hier angefangen haben, war vieles, was wir gefunden haben, unwahrscheinlich. Man darf gespannt sein, was noch alles ans Licht kommt“, sagte Bartz.

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