Arbeitskreis Integration wirbt für barrierefreie Angebote in Jülich

Von: ul
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Lothar Schubert (v.l.), Katarina Esser, Beate Wirth-Weigelt und Christoph Beckers freuen sich auf ein barrierefreies Jülich. Foto: Lottner

Jülich. Die Treppenstufen vor dem Eingang eines Geschäfts oder Restaurants können zum Problem werden, wenn die Mobilität eingeschränkt ist. Diese Erfahrung hat Rollstuhlfahrer Christoph Beckers schon oft gemacht.

„Zum Glück gibt es ja immer wieder hilfsbereite Menschen, die einem helfen. Aber unangenehm ist die Situation schon”, erzählt der junge Mann und lacht.

Beckers lebt in einer Wohngemeinschaft im Stammhaus Jülich, wo Menschen mit Handicap eine Heimat gefunden haben. Ihm liegt es jedoch fern, über Zustände, wie den Eingangsbereich eines Geschäfts, zu jammern und sich darüber zu beklagen.

Im Gegenteil, er beteiligt sich aktiv an der Kampagne „Menschen mit Handicap - herzlich willkommen!” Diese Kampagne wurde von den Mitgliedern des Jülicher Arbeitskreises Integration (AKI) entwickelt und setzt sich dafür ein, kulturelle und öffentliche Einrichtungen behindertengerecht zu gestalten.

Als Auszeichnung sollen diejenigen Geschäfte, Gaststätten und Praxen eine Plakette erhalten, die ihre Räume und Angebote möglichst barrierefrei präsentieren.

In den kommenden Wochen werden in der Innenstadt Fragebögen verteilt, um herauszufinden, wer die angestrebte Barrierefreiheit weitgehend verwirklicht hat. „Diese Fragebögen dürfen aber nicht als Forderungskatalog missverstanden werden”, sagt Katarina Esser, Geschäftsführerin des AKI. Vielmehr soll das Bewusstsein der Bevölkerung für Menschen mit einem Handicap geschärft werden.

So kommt es leider noch viel zu oft vor, dass auf Menschen mit einem Handicap wenig Rücksicht genommen wird.

„Wenn ich die Straße entlang gehe und an einem Straßen-Café vorbeikomme, kann es passieren, dass die Gäste nicht wegrücken, um mir Platz zu machen”, berichtet Lothar Schubert, der blind ist.

Und es kann nicht nur ihn treffen, sondern auch Familien mit Kinderwagen oder alte Menschen. Vielleicht trägt die Plakette ja dazu bei, andere bewusster wahrzunehmen und Menschen mit einem Handicap, sei es nun offensichtlich oder nicht, mit mehr Respekt zu begegnen.

Die ausdrucksstarke Plakette, die durch die Farben Orange, Blau und Weiß ins Auge fällt, hat Christoph Beckers mit seinem Mitbewohner Alan Mihilcic entworfen und am PC gestaltet.

Im Zentrum ist eine geöffnete Tür abgebildet, die sowohl durch eine Rampe als auch durch Treppen erreichbar ist und somit für mehr Offenheit und ein menschliches Miteinander wirbt. „Wir möchten einfach so akzeptiert werden, wie wir sind und wollen uns nicht verstellen”, wünscht sich Christoph Beckers für die Zukunft.
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