Aldenhoven/Jülich - Arbeiten an der Via Belgica laufen auf Hochtouren

Arbeiten an der Via Belgica laufen auf Hochtouren

Von: gep
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Die Bauunternehmung Tholen (BUT) aus Geilenkirchen arbeitet an der Via Belgica: Christoph Moitroux planiert mit einer Walze den ausgeschachteten Feldweg. Rechts hinten liegt Freialdenhoven. Foto: gep

Aldenhoven/Jülich. Die Arbeiten an der Römerstraße Via Belgica in der Gemeinde Aldenhoven laufen auf Hochtouren. Insgesamt 4,2 Kilometer Wirtschaftsweg, die zwischen Freialdenhoven bis hinter Gut Frauenrath zackweise verlaufen, werden hergerichtet, damit Touristen per Rad oder zu Fuß den „Erlebnisraum Römerstraße“ (Landschaftsverband Rheinland/LVR) erkunden können.

Die Heerstraße führte vom Rhein aus quer durch Jülich und Aldenhoven. 70 Kilometer lang ist die Trasse im Rheinland, die jetzt zum Rad- und Wanderweg ausgebaut wird.

Wie die Aldenhovener Baudezernentin Antia Klotz erläutert, befindet sich das erste asphaltierte Teilstück in einem relativ guten Zustand, der „kaum sanierungsbedürftig ist“. Die Grünwege hingegen werden 50 Zentimeter tief ausgeschachtet und erhalten mit RCL-Schotter als Untergrund eine wassergebundene Deckschicht aus Splitt und Kalkstein.

Tragfähigkeit getestet

Die neue Trasse ist insgesamt vier Meter breit, der Weg ist 3,50 Meter breit, hinzukommen jeweils 0,5 Meter Bankett. Die Tragfähigkeit ist mit Blick auf schwere landwirtschaftliche Maschinen getestet worden – mittels „Lastplattendruckversuchen“ (Klotz)

Die originale Römerstraße hatte weitaus größere Dimensionen: Die Via Belgica war eine „vierspurige Autobahn”, die insgesamt 25 Meter breit war. Die Forschung stützt sich dabei insbesondere auf die archäologischen Ausgrabungen an dem Zehn-Kilometer-Teilstück, das durch den Tagebau Hambach verschwunden ist. Danach befand sich in der Mitte ein sieben bis zehn Meter breiter Damm aus gestampftem Kies, der den reichlichen Niederschlägen trotzen konnte. Über diese Kiesstraße rollte der antike „Schwerlastverkehr”, von Ochsen oder Maultieren gezogene Karren. Links und rechts davon befanden sich unbefestigte Sommerwege.

Kurz vor Freialdenhoven an der B 56 gegenüber der Abfahrt nach Siersdorf wird ein Rastplatz (lat. „Mansio“) errichtet. Er wird, so Dezernentin Klotz, „etwas erhöht“, die Maße 24 mal 41 Meter haben, von einer Hecke umsäumt und mit 17 Bäumen in „L-Form“ bepflanzt werden. Dort entstehen auch „etwa tiefer angelegt“ zehn Pkw-Parkplätze, davon einer für Behinderte, und Abstellplätze für Fahrräder. Ein „Info-Punkt“ klärt Besucher über lokale Besonderheiten der Via Belgica auf und weist auf Denkmäler unterschiedlicher Epochen in der Umgebung hin, die einen Abstecher lohnen – etwa die Siersdorfer Kommende aus der Renaissance, die mittelalterliche Engelsdorfer Burg oder die Zitadelle und der Brückenkopf in Jülich.

In Jülich entsteht zudem ein größer dimensioniertes Informations- und Dokumentationszentrum im Museum Zitadelle.

Das Millionenprojekt Via Belgica wird vom Landschaftsverband und mit Mitteln der Europäischen Union (EU) finanziert. Der (relativ geringe) Eigenanteil der Gemeinde Aldenhoven beläuft sich auf 50.000 Euro, der reguläre Etat für den Unterhalt der Wirtschaftswege beträgt dagegen laut Haushaltssanierungsplan nur 40.000 Euro.

Ein gewichtiges Argument für den Gemeinderat, sich an dem Projekt zu beteiligen, war seinerzeit die Überlegung, dass damit zugleich ein Teil des Wirtschaftswegenetz saniert werden können. Bis Jahresende müssen die Arbeiten abgeschlossen sein, da anderenfalls die EU-Gelder verfallen.

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