Anwohner der Martin-Luther-Straße in Parknot

Von: gep
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Enge Straße, teilweise schmal
Enge Straße, teilweise schmale Bürgersteige, wenig Parkplätze: Blick in die Martin-Luther-Straße. Foto: gep

Aldenhoven. Seitdem die Gemeinde Aldenhoven einen „Knöllchen-Sheriff” einsetzt, ist man dort „verwundert” darüber, ein Knöllchen zu kassieren, „wenn man halbseitig auf dem Bürgersteig parkt”. Das sagt Anwohner Harald Wickord.

Das halbseitige Parken sei zwar nach der Straßenverkehrsordnung verboten, weiß auch er, aber das sei „doch 25 Jahre in der Martin-Luther-Straße und anderen Straßen geduldet” worden. Die kleine Martin-Luther-Straße zwischen der Martinusstraße und der Schwanenstraße ist sehr eng, der Bürgersteig nur schmal, und Parkplätze nach Wickords Rechnung Mangelware.

„Wenn ich jetzt nur das obere Stück der Martin-Luther-Straße ab der Hausnummer 12 bis 18, mit den dazwischen liegenden Hausnummern 11 bis 29 rechne und dann pro Haushalt nur einen PKW rechne, komme ich mit dem in der Straße zur Verfügung stehendem Parkraum schon gar nicht mehr aus”, sagt er. Und es sei angesichts der allgemein verlangten Mobilität „leider” so, dass bis zu zwei Pkw pro Haushalt erforderlich seien, Dann stelle sich „die Frage, wo geparkt werden soll”.

Verbesserungsvorschläge hat er schon gemacht. Sie liegen Bürgermeister Lothar Tertel vor. Der sichert zu: „Wir werden das prüfen” - in Abstimmung mit dem Straßenverkehrsamt und dem Kreis Düren. Die Vorschläge im Einzelnen: Wenn laut Wickord eine Parkflächenkennzeichnung auf dem Bürgersteig zwischen Hausnummer 12 und 18 anbringen würde und das Parken damit erlauben würde, „könnten schon sieben PKW dort parken”. Und eine deutliche Abhilfe könnte geschaffen werden, wenn eine Einbahnstraßenregelung eingeführt würde. Dann könnten die bestehenden Parkbuchten in der Straße in Schrägparkplätze umgewandelt werden. Auch einer Anwohnerparkregelung wäre überlegenswert.

Schon vor etwa 15 Jahren, so erinnert sich Wickord, seien in der Martin-Luther-Straße Knöllchen an „Bürgersteigparker” verteilt worden, die dann aber wieder zurückgenommen worden seien. Damals habe es geheißen, dass der Bürgersteig halbseitig beparkt werden dürfe, wenn ein Durchkommen für Kinderwagen und Rollstuhlfahrer möglich bleibe.

Doch Bürgermeister Tertel kann Fälle aus der Martin-Luther-Straße dokumentieren, die zeigen, dass geparkte Autos den Bürgersteig fast komplett blockieren, obwohl „20 Meter weiter ein freier Parkplatz vorhanden ist - sogar in Fahrtrichtung”. Denn der „Knöllchen-Sheriff” erstellt auch Beweisfotos, die eine Ordnungswidrigkeit zweifelsfrei belegen können. Und „sehr problematisch” sei es, so der Bürgermeister, wenn in der Martin-Luther-Straße „ gegen die Fahrtrichtung links geparkt” werde. Klar sei aber auch: „Die Parkbuchten reichen nicht aus.”

„Wir waren bisher sehr zurückhaltend”, meint Tertel. Doch die Dauer- und Falschparker hätten sich zu einer wirklichen Belastung des innerörtlichen Verkehrs entwickelt. Und es könne nicht hingenommen werden, dass Rettungswagen, Müll-Laster und Feuerwehrfahrzeuge auf zugeparkten Straßen nicht vorwärts kämen.

Im Auftrag der Gemeinde kontrolliert das Sicherheitsunternehmen Bernd Schwarz, Nideggen-Abenden, den ruhenden Verkehr. Die Bezahlung erfolgt auf Stunden-, nicht auf Provisionsbasis. Tertel: „Wir wollen kein Geld verdienen.” Pro Schicht stellen sie, so der Bürgermeister, rund 50 Ordnungswidrigkeiten fest. Diese werden mit fünf bis 30 Euro Geldbuße geahndet. Doch für Wickord bleibt angesichts der desolaten Finanzlage der Kommune die Frage, „ob diese Maßnahme nur der Geldbeschaffung dient”.
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