Anspassung ans Unvermeidliche

Von: ptj
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Fragerunde nach Buchvorstellung: (v.l.) Prof. Dr. Christoph Buchal, Prof. Dr. Christian-Dietrich Schönwiese, (die Statue von Pater Alois Brisson) und Moderatorin Helga Hermanns. Foto: Jagodzinska

Barmen. „Absolut fantastisch” nannte Prof. Dr. Sebastian Schmidt aus dem Forschungszentrum Jülich (FZJ) in seiner Begrüßung die Resonanz auf die Einladung zur Buchvorstellung „Klima - die Erde und ihre Atmosphäre im Wandel der Zeiten” im Science College Overbach. Zusätzlich verfolgten etwa 100 Schüler die Veranstaltung von der Empore aus.

Bevor die beiden Buchautoren, Prof. Dr. Christoph Buchal aus dem FZJ und Prof. Dr. Christian-Dietrich Schönwiese von der Universität Frankfurt/Main sich die Präsentation der „Schlaglichter” teilten, kam Prof. Dr. Joachim Treusch, ehemaliger Vorstandschef des FZJ, zu Wort.

Nunmehr in seiner Rolle als Vorstandsmitglied der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung, deren finanzielle Unterstützung das umfassende Projekt erst ermöglichte, rief er die erste Klimastudie des FZJ vor 24 Jahren in Erinnerung. Zu diesem Zeitpunkt sei, wie Buchal fortführte, die Klimadiskussion von Medien und Politikern aufgegriffen und in eine Klimakatastrophe verwandelt worden.

„Weg von den Extremen”, bat der Autor; er habe die Heraufbeschwörer von Katastrophen genauso wenig gern wie die Leugner. Buchal beschrieb sein Werk als ein „leicht zu lesendes, ehrliches Faktenbuch ohne Ängste und Katastrophen”. Er brachte die Bevölkerungsexplosion von einer Milliarde Menschen im Jahre 1800 auf aktuelle 6,8 Milliarden mit dem damit gekoppelten Energiebedarf in Zusammenhang und betonte den zunehmenden Anspruch des „explosiven Rechtecks” Indien, China, Afrika und Mittelamerika.

Bis zum Jahr 2050 sei fest mit einem verdoppelten Energiebedarf zu rechnen, fünf Mal so viel Strom werde bis dahin benötigt. Wie das Thema Klima sei die Energietechnik eine ausgesprochen langfristige Sache. „Klima ist nicht Wetter. Klima ist die Häufigkeitsverteilung der Wetterereignisse”, übernahm Schönwiese die Situationsanalyse der Erdstrukturen in vertikaler und horizontaler Gliederung, unter Berücksichtigung der Zirkulation der Ozeane und Wechselwirkungen wie dem „El-Nino-Phänomen.

Nicht fehlen durfte die Schlüsselbetrachtung Energetik im System. Strahlung kann absorbiert oder gestreut werden. „Wir leben in einem quartiären Eiszeitalter, nicht zu verwechseln mit Eiszeit”, stellte er während seiner abschnittsweisen Betrachtung des Klimawandels in den letzten 600 Jahrmillionen heraus, für die Kontinentaldrifte, Sonnenaktivität und Vulkanismus verantwortlich seien.

Seit 1900 zeigten die Tabellen einen rasanten Temperaturanstieg, zu 61 Prozent anthropogen (Mensch-gemacht), zu 27 Prozent auf natürliche Ursachen zurückzuführen, zu 12 Prozent ungeklärter Herkunft. Verantwortlich für die aktuelle Kälte seien Vulkanausbrüche, fehlende „El-Nino-Ereignisse” und sehr geringe Sonnenaktivität.

Zurückhaltend zeigten sich die Autoren beim Blick in die Zukunft: 40 aufgestellte, verhaltensabhängige Szenarien brachten eine weitere Erwärmung von 1,1 bis 6,4 Grad C mit sich, nicht berücksichtigt wurden dabei regionale Strukturen, Regen und Wind, Extremereignisse und Kippschaltermechanismen.
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