Annakirmes: Beim Platzpuzzle ist Präzision oberstes Gebot

Von: Jörg Abels
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Noch nimmt Achim Greiff das Wi
Noch nimmt Achim Greiff das Winkelprisma in die Hand, um die Tiefe der Fahrgeschäfte abzustecken. Schon im kommenden Jahr könnte GPS-Vermessungstechnik auch auf dem Annakirmesplatz Einzug halten. Foto: Abels

Düren. Achim Greiff faltet den Lageplan der Annakirmes auseinander, den er in den vergangenen Monaten am Computer entworfen hat. „Das Riesenrad ist 25 Meter breit”, ruft er seinen Kollegen Fritz Bauth und Thomas Chybiorz zu, die mit dem Bandmaß zunächst die Front abstecken.

Dann nimmt er das Winkelprisma in die Hand, um die Tiefe des Fahrgeschäfts auszuloten - den Fluchtweg am Rurdammweg, der mindestens 6,50 Meter breit sein muss, immer im Blick. Der Countdown für das größte Volksfest der Region vom 28. Juli bis 5. August läuft.

Spätestens jetzt wird klar, warum der Annakirmes-Platzmeister Mitarbeiter des städtischen Vermessungsamtes ist. Präzision beim Platzpuzzle ist angesagt, damit in der nicht selten hektischen Aufbauphase keine Probleme auftreten. „Und der Platzmeister ruhig schlafen kann”, sagt Greiff und schmunzelt, „weil nicht plötzlich ein Würstchenstand auf dem Platz einer Schießbude steht”.

Wenn die Schausteller in den Tagen vor der Annakirmes aus allen Himmelsrichtungen anreisen, opfert der Platzmeister natürlich auch bereitwillig schon mal am Abend eine halbe Stunde zur Einweisung der Fahrgeschäfte. Das gehört zu seinem Job. „Und es ist mir lieber, als korrigieren zu müssen, wenn das Geschäft bereits steht.” Aber auch er kann natürlich nicht immer vor Ort sein, wenn ein Schausteller den Annakirmesplatz erreicht und mit dem Aufbau beginnen will. Da helfen die vielen bunten Markierungen, die er in diesen Tagen mit seinem Team aufträgt, schon ungemein weiter.

Nach und nach übertragen Greiff & Co. die Eckpunkte aller Fahrgeschäfte, Buden und Stände vom Plan auf das 50.000 Quadratmeter große Areal, überprüfen, ob alte Markierungen noch brauchbar sind oder setzen neue. Bei Rundfahrgeschäften wie dem „Breakdance” markieren sie zudem auch noch den Mittelpunkt, damit die Schausteller ihr Geschäft exakt ausrichten können.

Sicher, der eine oder andere Stammbeschicker kennt auf dem Annakirmesplatz längst jeden Grashalm und weiß genau, wo die mit Bolzen und Nägeln markierten Grenzen seines Geschäfts verlaufen. Neulinge, aber auch alte Recken mit neuen Geschäften, müssen sich vor Ort immer wieder aufs Neue orientieren.

Beim Aufmessen des Platzes muss Greiff zahlreiche Fixpunkte berücksichtigen. Dazu zählen unter anderem die über den Platz verstreut stehenden Stromkästen, die ebenso gut erreichbar bleiben müssen, wie die Anschlüsse der Hydranten. Ansonsten gibt es Ärger mit dem Brandschutz. Einige Gastronomen, erklärt Greiff, haben von ihren Stammplätzen aus unterirdische Leitungen verlegt. Auch die muss er im Hinterkopf behalten. „Ein halber Meter rauf oder runter ist kein Problem”, betont der Platzmeister. „Ich kann diese Bierstände aber nicht mal eben zehn Meter versetzen.”

Greiffs Vor-Vorgänger Hans Zens hat noch Unmengen kleiner Pflöcke in die Erde geschlagen, an der sich die Schausteller orientieren konnten. Aber auch die Arbeit mit Bandmaß, Messstangen und Winkelprisma gehört für den Platzmeister und sein Team wahrscheinlich schon im kommenden Jahr der Vergangenheit hat. „Wir stellen im Moment unsere Computersoftware um und werden den Platz wahrscheinlich schon im kommenden Jahr mit satellitengesteuerter GPS-Technik vermessen”, kündigt der Platzmeister an.

Die ersten Schausteller erwartet Achim Greiff in gut einer Woche auf dem Annakirmesplatz, der vom 16. Juli bis 9. August komplett gesperrt wird. Viele werden ab dem 23. Juli auch in diesem Jahr wieder direkt von der größten Kirmes am Rhein aus Düsseldorf anreisen - seit Donnerstag wissen auch sie exakt, wo sie ihre Geschäfte aufbauen können.
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