Anna Dreichlinger: Mit „Rusty” auf Rollen ins Rampenlicht

Von: Silvia Jagodzinska
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Fototermin auf der Bühne. Foto: Jagodzinska

Bochum/Koslar. Im März wurde „Starlight Express” in Bochum von Guiness World Records zum Musical-Theater mit der höchsten Besucherzahl weltweit gekürt. Die aktionsreiche Show zu mitreißender Musik um das Wettrennen von bunten Lokomotiven und Waggons fesselte in 22 Jahren in rund 9000 Vorstellungen mehr als 13 Millionen Besucher.

Bereits im dritten Jahr werden Kinder in einem dreitägigen Workshop mit dem Original-Ensemble auf einen halbstündigen „Privat”-Auftritt im Rampenlicht vorbereitet. Die einstudierte Szene wird im Anschluss auf großer Bühne von Verwandten, Freunden und Bekannten reichlich beklatscht. Eine der Workshop-Teilnehmerinnen ist die elfjährige Anna Dreichlinger aus Koslar.

Sie besucht die siebte Klasse des Mädchengymnasiums Jülich und skatet seit acht Jahren in der Nähe des Verkehrsübungsplatzes, aber „nur zum Spaß”. Wie schaffte sie es ins Musical-Theater nach Bochum?

Wie viele Jugendliche besuchte sie mit ihrer Familie die Show - und im Anschluss völlig begeistert die Internetseite von „Starlight Express”. Dort erfuhr sie von der Bewerbungsmöglichkeit zum Workshop. „Erst mal habe ich Mama lange überredet”, gesteht sie, während sie zum ersten Mal in ihrem Leben in der „Maske” professionell geschminkt wird. Die blonde Perücke der „Dinah”, Annas Lieblingsdarstellerin, wird angepasst und einen Finger breit auf ihrem geschminkten und nachgepuderten Teint angeheftet.

Natürlich war ihre Mutter trotz der Erlaubnis der Meinung, sie habe keine Chance - nun zählt sie zu den 14 Kindern von acht bis elf Jahren, die unter 300 Bewerbungen deutschlandweit ausgewählt wurden.

Dabei sein bedeutet für sie wie für die anderen jungen Rollschuhtalente fast alles, vor allem der abschließende öffentliche Bühnenauftritt in glamourösen Kostümen. Diese haben die Kinder im Backstagebereich des „Starlight Express” mit viel Freude selbst bemalt, was Anna aber auch „ganz schön knifflig” fand.

Rollschuhtrainer und Darsteller haben die Kids im Ballettraum und auf der Bühne im Skaten trainiert, Choreografen und Künstlerische Leiter mit ihnen Bewegungen einstudiert. Stetig steigt die Spannung am dritten und letzten Tag: Für die Maske muss eine Stunde einkalkuliert werden, weil jeder Pinselstrich sitzen muss und jedes Detail zählt, anschließend schlüpfen die Darsteller in ihre Kostüme.

Hektische Kommandos

Hier und da trainieren Kollegen bereits ihre Stimme für die prickelnden Songs von Andrew Lloyd Webber, die eine oder ander Mutter eines Workshop-Kindes trägt ein Geschwisterkind über den Flur. Immer wieder schaut ein Verantwortlicher unter den etwa 40 Workshop-Helfern hektisch auf die Uhr oder gibt Kommandos. Nun ist es so weit: Nach und nach rollen die Kids mit ihren großen Vorbildern auf die Bühne. Diese führt über drei Ebenen, einen Rundparcours, eine Rennbahn und durch zwei Tunnel mit Gefälle, die Höhendifferenz beträgt 7,50 Meter ...
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