Andreasmarkt diesmal ohne Ponys und Pferde

Von: Otto Jonel
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Gegenstände des täglichen Gebrauchs haben traditionell ihren Platz und ihre Kundschaft auf dem Andreasmarkt.
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Flanieren, Schauen, Shoppen und der obligatorische Glühwein am Stehtisch gehören zum Andreasmarktbesuch fest dazu. Foto: Jonel

Linnich. Eines ist sicher: So viel politische Prominenz wie diesmal war schon seit Jahren nicht mehr auf Empfang zum Andreasmarkt im Linnicher Rathaus versammelt. Die Erklärung hatte Bürgermeister Wolfgang Witkopp parat. Frau Merkel sei seinem Wunsch entgegen gekommen und habe den Bundesparteitag der CDU terminlich verlegt. Diese vielfache Parallelveranstaltung zum Andreasmarkt habe in frühen Jahren immer wieder CDU-Größen vom Besuch des größten Linnicher Straßenfestes abgehalten.

Es war nicht die einzige politische gefärbte Bemerkung an diesem Vormittag im gut gefüllten Rathaus. Dort hatten die französischen Freunde aus der Partnerstadt Lesquin, angeführt von ihrem Monsieur le Maire Dany Wattebled zeitig Platz genommen. Die beiden Amtskollegen warfen sich humorvoll die Bälle zu. Auf Wolfgang Witkopps Ankündigung: „Sie werden auch den Andreasmarkt 2014 mit mir verbringen müssen. Ich habe noch Lust, weiter zu machen – wie der Landrat“ wollte Wattebled wissen, wie man das macht, eine Bürgermeisterwahl um ein Jahr zu verschieben. „Bei uns wird immer die komplette Equipe (Ratsmannschaft) mit Bürgermeister gewählt.“ Verschieben hätte Wattebled allerdings gar nicht nötig: „Ihm kann der Termin egal sein. Er holt sowieso immer zwischen 70 und 80 Prozent“, gab Witkopp zurück.

Es herrschte eine entspannte Atmosphäre im festlich geschmückten Ratssaal. Kritisches unterblieb diesmal, habe das Jahr der Stadt doch viel Gutes beschert, wie Bürgermeister Witkopp verkündete. Dazu zählte nicht zuletzt entledigte Sorge, wer denn die Zeche des Empfangs bezahlt. Diesmal übernahm das die Gelsenwasser AG, vertreten durch ihren Betriebsdirektor Christian Creutzburg. Den traditionellen Empfang im Glasmalerei-Museum übernahm ebenso traditionell die Sparkasse Düren.

In seinem bebilderten Jahresrückblick ging Witkopp auf den Karneval und die Bronk als die großen Feste in der Stadt ein, streifte mit der Kindermeile und der Seniorenwoche zwei andere von der Stadt initiierte Veranstaltungen, um etwas breiter die Wiedereröffnung des Linnicher Hallenbades zu beleuchten. Die Gelegenheit nutzend, dankte Witkopp dem Namensgeber des RuBa – die Abkürzung steht für Rurbad Linnich –, Guido Dahmen, mit einem kleinen Präsent und Freikarten.

Streiflichtartig ging Witkopp auf die Schulsituation mit „völlig unproblematisch“ vollzogenem Grundschulverbund und dem zweiten Anlauf zur Gesamtschule ein, begrüßte erstmals die neue evangelische Pfarrerin Wiebke Harbeck und mit ihr die Kantorin Youna Park, beglückwünschte das St.-Josef-Krankenhaus zu seinem 125-jährigen Bestehen und verwies auf das bevorstehende Fest „40 Jahre Städtepartnerschaft Lesquin–Linnich“ im kommenden Jahr. Das griff sein Amtskollege Wattebled auf. Gerade in schwierigen Zeiten und einer Phase der Globalisierung sei, brauche man „diese tolle Freundschaft zwischen unseren Ländern und unseren Städten“.

Auf das schon obligatorische Grußwort von Ehrendechant Heinrich Jussen folgte der Marsch der Honoratioren hinab zum Glasmalerei-Museum. Beim Bummel über den Andreasmarkt entdeckten die Scharen von Besuchern bei bestem Wetter vieles, was zum Standard dieses bäuerlich geprägten Konsumfestes zählt. Eines aber fiel diesmal nicht nur Kindern auf: Die Pferde oder Ponys, die seit 1571 fest zum Marktreiben gehörten, fehlten gänzlich.

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