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An drei Ecken soll der Wind Strom produzieren

Von: Otto Jonel
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Westlich von Ederen im Anschlu
Westlich von Ederen im Anschluss an die Anlagen von Merzenhausen und Freialdenhoven (Bild) wird die Stadt Linnich vorerst keine Windkraftzone ausweisen. Foto: Jonel

Linnich. Das Linnicher Stadtgebiet war bis dato relativ frei von Windkraftanlagen. Lediglich an der nordöstlichen Grenze bei Körrenzig drehen sich Linnicher Dreiflügler im Verbund mit „Artgenossen” auf dem Boden des Kreises Heinsberg.

Das wird sich ändern. Seit Dienstag Abend sind weitere Linnicher Flächen benannt, auf denen künftig Energie aus dem Windes gewonnen wird. Der Druck ist vorhanden. Der Stadt liegen schon 20 Anträge auf Errichtung einer Windkraftanlage vor.

Grundlage des Beschlusses im Ausschuss für Stadtentwicklung war die Untersuchung des Beratungsbüros VDH aus Erkelenz. Otto von der Heide und sein Team hatten bereits im Februar die potenziellen Windkraftkonzentrationszonen ausgelotet. Sechs Bereiche hatten sie damals als generell tauglich eingestuft. Daran hat sich in der Zwischenzeit nichts gändert. Sandra Claßen rief diese Zonen den Ausschussmitgliedern noch einmal ins Gedächtnis.

Gleichwohl deutete sie auf unterschiedliche „Wertigkeiten” hin. Theoretisch denkbar, aber praktisch ungeeignet sind die Flächen südlich von Gevenich. Zum einen handelt es sich um zwei getrennte Flächen, auf denen Windräder errichtet werden könnten. Insgesamt wäre der Bereich mit einer Gesamtfläche von 38 und 27 Hektar relativ klein. Auch die Nachfrage scheint gemessen an einem vorliegenden Antrag eher gering. Der Stempel „weniger geeignet” wurde letztlich auch einem sechs Hektar umfassenden Areal östlich von Ederen aufgedrückt. Dort liegen zwar zwei Anträge vor, aber es handelt sich um eine nicht zusammenhängende Fläche.

Es kamen also vier Bereiche in die engere Wahl, von denen das Beratungsbüro ursprünglich wiederum nur zwei ausdrücklich empfohlen hatte: Zum einen ist dies der Bereich an der nordöstlichen Stadtgrenze bei Körrenzig. „Es handelt sich hier um die zweitgrößte Fläche im Stadtgebiet”, erläuterte Sandra Claßen. Der Bereich ist ohnehin schon vorbelastet durch 18 Anlagen - acht davon auf Linnicher Boden - und erfüllt weitgehend Kriterien wie Abstand zur Wohnbebauung oder Windpotenzial.

Die zweite Fläche mit Empfehlung war der Bereich nördlich von Gereonsweiler. Auch dort ist die Vorbelastung durch die bereits produzierenden 13 Anlagen auf Geilenkirchener Stadtgebiet unverkennbar. Mit 365 Hektar ist sie die größte Potenzialfläche der Stadt Linnich.

Zu diesen beiden gesellt sich nun noch eine 82 Hektar umfassende „sehr geeignte Fläche” südlich von Boslar. Sie ist insofern interessant, weil sie an den Bereich grenzt, den die PNE Wind AG und die Grünwerke GmbH als Windkraftzone für Jülich „erkundet” hatten. „Hier sind Synergien möglich”, warb Otto von der Heide für das Boslar Windpfund.

Der Ausschuss folgte den Vorschlägen des Beratungsbüros mit neun Ja-Stimmen bei einer Ablehnung und fünf Enthaltungen. Für diese drei Bereiche wird nun das Bauleitverfahren eröffnet.
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