An der Windkraft scheiden sich die Geister

Von: Antonius Wolters
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Kommt ein Rotor geflogen: Im Gemeindegebiet Titz sollen 19 weitere Windkraftanlagen gebaut werden. Der Fachausschuss gab grünes Licht für die Ausweisung von drei Konzentrationszonen. Foto: Wolters

Titz. Gegen die Stimmen der SPD hat der Titzer Ausschuss für Bauen, Planen, Umwelt und Wirtschaftsförderung den Empfehlungsbeschluss an den Gemeinderat gefasst, drei neue Konzentrationszonen für Windkraftanlagen auszuweisen.

Bereits seit April 2007 betreibt die Gemeinde die Änderung des Flächennutzungsplanes mit dem Ziel, geeignete Flächen für Windkraftanlagen auszuweisen. Mit der entsprechenden Prüfung von insgesamt zehn Standorten aus fachlicher Sicht wurde die Erkelenzer VDH Projektmanagement GmbH betraut, für die Chef Hans-Otto von der Heide und Planerin Brigitte Christ im Ausschuss die Ergebnisse vortrugen.

Bei seinen Analysen befragte das Büro auch die so genannten Träger öffentlichen Belange, um vorab die Machbarkeit an den vorgestellten Standorten genauer unter die Lupe zu nehmen. Somit ist die Gemeinde ungleich weiter als beim normalen gesetzlichen Verfahren. Von der Heide versprach: „Was sie jetzt haben, wäre heute machbar.” Zu dieser Auffassung trägt bei, dass für die in Rede stehenden Gebiete neben den Umweltverträglichkeitsstudien auch Schall- und Schattenwurfgutachten vorliegen, die allesamt keine Beeinträchtigungen der Bevölkerung befürchten lassen, wie der Planer versicherte.

Die drei neuen Konzentrationszonen bieten Platz für insgesamt 19 Windkraftanlagen, die knapp 150 Meter hoch sind. Die mit rund 167 Hektar größte Fläche liegt zwischen Rödingen und Kalrath. Sie bietet ausreichend Platz für elf neue Anlagen, die zu den sechs bestehenden Windrädern kämen, die in direkter Nachbarschaft gebaut worden sind.

Nördlich der Autobahn bei Gut Betgenhausen ist eine weitere Zone geplant, die Raum für fünf Anlagen bietet. Zwischen Spiel und Ameln ist das rund 44 Hektar große Areal der dritten Konzentrationszone, wo die Möglichkeit besteht, die drei Güstener Windräder auf dem Gebiet der Stadt Jülich durch drei Titzer Anlagen zu ergänzen.

Auch Planerin Brigitte Christ betonte, dass von den projektierten Anlagen keine Beeinträchtigungen durch Lärm ausgingen. Die Umweltämter seien gerade in dieser Frage sehr streng. Dazu trägt bei, dass deren Abstand zu Wohnhäusern mindestens 1000 Meter beträgt. Auf Anfrage aus dem Ausschuss erläuterte Christ, dass die Betreiber der Windkraftanlagen selbst geeignete Einspeisepunkte ins Stromnetz wählen, so dass deren Wirtschaftlichkeit nicht gefährdet sei. Da sich die Anlagen gegenseitig beeinflussten, seien die festgeschriebenen Standorte in den Konzentrationszonen Kompromisse von Abständen und Winkeln zueinander.

„Wir werden die Vorschläge ablehnen”, gab Hans Jürgen Herrmann namens der SPD zu Protokoll, bevor die Änderung des Flächennutzungsplanes beschlossen wurde. In den 90er Jahren seien Vorrangzonen eingerichtet worden, um den Bau in geregelte Bahnen zu bringen. Herrmann: „Eine Erweiterung ist nicht erforderlich.” Auch die Bürger wollten keine weiteren Windräder.
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