Amüsante Charakterstudien in urgemütlichem Scheunenambiente

Von: René Blanche
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Der Schriftsteller Hermann-Josef Schüren während der Lesung in der Dürboslarer Scheune. Foto: R. Blanche

Dürboslar. Über einen ganz besonderen literarischen Leckerbissen konnten sich kürzlich die Besucher der Lesung von Hermann-Josef Schüren freuen, der in ungewöhnlich rustikalem Ambiente aus seinen Werken las.

Veranstalter Peer Kling, Eigentümer eines zünftigen alten Bauernhofs, hatte den vielfach ausgezeichneten Schriftsteller in seine umgebaute Scheune eingeladen, und rund fünfzig literaturbegeisterte Zuhörer hatten den Weg nach Dürboslar gefunden, um Schürens Lesung zu lauschen.

Die Tatsache, dass der Hausherr sich dazu entschieden hatte, den Gästen die Wahl zu lassen, entweder ein kleines Eintrittsgeld zu zahlen oder zum Buffet beizutragen, sorgte für reich gedeckte Tafeln mit allerlei Genüssen. Zu hören bekam das gut gelaunte Auditorium zunächst Gedichte, die der Autor so lebhaft wie amüsant vortrug. Ähnlich den Beobachtungen des großen Molière, befasst sich Schüren mit einzelnen Charakteren unserer Gesellschaft sowie ihren ach so menschlichen Seiten.

Für lachende Gesichter unter den Gästen sorgten die in Reime gefassten Episoden über „Herrn Schluck“, der an der Flasche hängt, „Frau Reich“, die am Geld hängt oder „Herrn Qualm“, dessen Lippen ständig am Glimmstängel hängen. Schüren, der Germanistik studierte und 1988 in Philosophie promovierte, war Förderpreisträger der Stadt Aachen und Literaturstipendiat des Landes Nordrhein-Westfalen.

Mit Gastgeber Peer Kling ist er seit Jahrzehnten bekannt und befreundet. Derart in Stimmung gebracht, freuten sich die Gäste im Weiteren auf Auszüge, die der niederrheinische Schriftsteller, der selbst auf einem Bauernhof groß geworden ist, aus seinem neuesten Roman „Junge Stiere“ vortrug, einem Episodenroman, der dem Leser einiges abverlangt, wie Schüren selbst sagt. Authentisch gefühlvoll gelang es ihm hierbei seine Zuhörer auf eine ganz besondere Reise mitzunehmen, die den ein-oder anderen autobiografischen Zug trug.

Dreieinhalb Jahre hat er an „Junge Stiere“ geschrieben, und die dörfliche „Grausamkeit“ wird nicht verschwiegen: „Erst kleine Ferkel päppeln und dann schlachten!“ Unter dem Pseudonym „Rainer Schalk“ schreibt der 61-Jährige, der in Aachen auch als Lehrer tätig ist, für Kinder und Jugendliche. Mit viel Applaus am Ende des rundum gelungenen Abends verabschiedete man sich von Hermann-Josef Schüren, voller Vorfreude auf ein Wiedersehen – vielleicht ja wieder in Dürboslar „auf‘m Hof“.

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