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Ampel soll Jülicher Unfallkreuzung entschärfen

Von: Volker Uerlings
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Dreispurig: Zwei Fahrbahnen, die seit Jahren durch niedrige Schutzwände abgetrennt sind, führen nach Jülich, so dass der Zielverkehr aus Richtung Aldenhoven (rechts) und die Linksabbieger aus Koslar sich zunächst nicht in die Quere kommen. Dennoch kracht es in diesem Bereich oft. Foto: Uerlings

Jülich. Man kann und muss weiter von einer buchstäblich gefährlichen Ecke sprechen. Am „Königshäuschen“ und dem Abzweig nach Koslar auf der Bundesstraße 56 befindet sich im Fachjargon eine „Unfallhäufungsstelle“.

Der Bereich mit der wohl ungewöhnlichsten Verkehrsführung im Jülicher Land wird demnächst auch noch mit einer Ampelanlage zusätzlich gesichert – mutmaßlich noch in diesem Jahr. Das hat die sogenannte „Überörtliche Unfallkommission“ beschlossen. Die Vorarbeiten laufen bereits.

Der Knoten ist schon seit vielen Jahren ein Gefahrenpunkt, der durch die jetzige Verkehrsführung entschärft werden sollte. Sie geht auf einen Vorschlag des früheren Leiters der Straßenmeisterei Jülich zurück und räumt dem Linksabbiegeverkehr von Koslar in Richtung Jülich praktisch eine eigene Spur ein, der von den Strömen aus Aldenhoven getrennt ist. Das hat Wirkung gezeigt – aber nicht genug. 2010 und 2011 ereigneten sich nach Angaben der Kreispolizeibehörde sieben beziehungsweise acht schwere Unfälle, bei denen Menschen getötet oder schwer verletzt werden und hoher Sachschaden entsteht. Die Behörden sprechen von einer „Unfallhäufungsstelle“, wenn das dreimal in einem Jahr der Fall ist.

Neuralgischer Punkt

Nach der neuen Lenkung mit den Trennelementen gab es vor allem einen neuralgischen Punkt: Linksabbieger nach Jülich erblickten Pkw, die rechts nach Koslar abbiegen und blinken. Dabei sei leicht zu übersehen, dass dahinter andere Fahrzeuge weiter geradeaus fahren. Das schilderten Polizeipressesprecher Willi Jörres und der Jülicher Ordnungsamtsleiter Hans Pinell auf Anfrage unisono. So wurde nach den 15 schweren Zusammenstößen in zwei Jahren die Fachkommission eingeschaltet. Hier bringen neben Polizei und Stadt Jülich auch der Landesbetrieb Straßenbau NRW und das Straßenverkehrsamt des Kreises ihr Fachwissen ein.

Die Behörden hätten gern schneller Abhilfe geschaffen und auch lieber eine „schönere Lösung“ als eine Ampelanlage gefunden, aber das war nicht möglich. Denn gleich angrenzend liegen noch die Gleise der früheren Jülicher Kreisbahn im Boden, die von der Herzogstadt über Koslar nach Puffendorf führte. Der Betrieb wurde 1971 eingestellt.

Die Rurtalbahn als heutiger Besitzer hätte gegen eine zeitweise Entfernung der Gleise zwar nichts gehabt, wie vom Straßenverkehrsamt des Kreises zu erfahren war, wollte aber nicht vollkommen auf ihr Recht verzichten, die Strecke irgendwann wieder einmal zu aktivieren.

Nun soll es eine Bedarfsampelanlage für Fahrzeuge geben, die aus Richtung Koslar abbiegen wollen, wie Hans Pinell informiert. Dann wird der Verkehr, der von Jülich kommt, gestoppt. Eine Verkehrszählung soll aufzeigen, wie lang die Ampelphasen zu bestimmten Zeiten (Rushhour) sein müssen, damit es nicht permanent zu Rückstaus zwischen dem Kreisverkehr mit Abzweig Brückenkopf-Park und dem Abzweig Koslar kommt.

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