Amerikanische Fagottistin in der Barmener Schlosskirche

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Selten zu hören: Das Fagott als Soloinstrument. Rachael Elliot spielt es bei der Overbacher Sonntagsmatinee. Foto: Veranstalter
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Soline Guillon begleitet Fagottistin Rachael Elliot auf dem Flügel. Foto: Veranstalter

Barmen. In einem professionellen Orchester gehört es selbstverständlich dazu. Man hört seinen besonderen Klang, ohne dass es vordergründig in Erscheinung tritt. Es wird von Orchesterdirigenten hoch geschätzt. Und doch fristet es bisweilen ein Schattendasein im Vergleich zu den im prominenten Glanzlicht positionierten Violinen. Die Rede ist vom Fagott.

Dass man als Konzertbesucher das Fagott im Orchester nicht immer direkt entdecken kann, liegt an der Tonlage des Instrumentes. Mit seinem profunden Klang bildet es das Fundament des orchestralen Klangkörpers, handelt es sich doch um das tiefste Instrument der Holzbläsergruppe. Und als Teil der Bassgruppe befindet es sich in der Regel in den letzten Reihen des Orchesters.

Doch ein Fagott kann auch Solist sein. Schaut man sich die musikalische Bedeutung des Fagotts seit Mitte des 17. Jahrhunderts an, emanzipierte sich das Holzblasinstrument von anfänglich reiner Begleitung eines Chores über vielfältige Aufgaben in der Kammermusik speziell in der Wiener Klassik zu einem gleichgestellten Melodieinstrument. Beispiele finden sich in den späten Sinfonien und in den Klavierkonzerten von Mozart, aber auch bei Joseph Haydn und vor allem bei Beethoven.

Russische Komponisten wie Tschaikowski, Rimski-Korsakow, später auch Strawinski sowie die großen italienischen Meister der Oper, wie etwa Verdi, Donizetti und Cherubini bedachten das Fagott darüber hinaus mit prominenten Stellen bzw. Soli. Freilich ist die vorhandene solistische Literatur für das Fagott im Vergleich zu anderen Instrumenten bescheiden, aber diese Tatsache führt dazu, dass Liebhaber des Fagotts sogleich aufhorchen, sobald ein Konzert mit diesem Instrument angekündigt wird.

In Jülich steht ein solches nun auf dem Programm, denn die nächste Overbacher Sonntagsmatinee bringt das Fagott als Solist auf die Bühne. Am Sonntag, 7. Mai, ab 12 Uhr hat die professionelle amerikanische Fagottistin, Rachael Elliot, ihren Besuch in der Overbacher Klosterkirche angesagt und präsentiert ein spannendes musikalisches Programm mit Werken aus Klassik, romantischer Moderne und Jazz.

Die 40-jährige Profimusikerin stammt aus Vermont, USA, und studierte sowohl an der Manhattan School of Musik sowie an der Yale University School of Music. Elliot trat bei zahlreichen internationalen, namhaften Konzerten und Festivals auf. Die Konzertliste belegt Elliots musikalische Leidenschaft sowohl für die klassischen als auch die jazzigen Werke. In letztem Genre veröffentlichte Elliot 2011 das Soloalbum „Polka the Elk“. Weitere Informationen siehe unter www.bassonproject.org.

Begleitet wird die Fagottistin von der französischen Pianistin Soline Guillon. Die Profimusikerin chinesischer Abstammung, studierte Orgel am Konservatorium Besançon sowie an der Musikhochschule Genf und beendete das Solistendiplom mit Auszeichnung. Darauf folgte eine Ausbildung in Alter Musik an der University of Washington in Seattle, USA. Guillon erhielt zudem Preise von internationalen musikalischen Stiftungen in Paris und Genf.

Der Eintritt zur Matinee ist frei. Die nächste Overbacher Sonntagsmatinee ist am 2. Juli.

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