Düren - Am Ende steht Rolf Seels Hausmacht sicher hinter ihm

Am Ende steht Rolf Seels Hausmacht sicher hinter ihm

Von: Ingo Latotzki
Letzte Aktualisierung:
Seel
Der alte und neue Kandidat: Rolf Seel aus Kreuzau.

Düren. Zwei Mal muss CDU-Kreisgeschäftsführer Bernd Ramakers seine Glocke betätigen - dann ist Ruhe im Saal und der Moment der Entscheidung naht: Wer wird Kandidat der CDU im Landtagswahlkreis Düren II/Euskirchen II? Rolf Seel oder Thomas Floßdorf?

Mehr als 300 Christdemokraten nehmen Haltung an und konzentrieren sich auf die Worte, die Kreisparteichef Thomas Rachel jetzt sprechen wird. Die entscheidenden Worte. Es geht dann ganz schnell: Floßdorf 143 Stimmen, Seel 174. Damit ist klar: Der alte und neue CDU-Landtagskandidat kommt aus Kreuzau, ist 59 Jahre alt und heißt Rolf Seel.

Beifall. Thomas Floßdorf, 35, der Herausforderer steht auf und gratuliert Seel. Kurzer Blick in die Kameras, das wars. Dann geht Rolf Seel wieder hinauf auf die Bühne und feuert die Seinen an: Nun ginge es los, die rot-grüne Landesregierung, die bisher einen schlechten Job gemacht habe, müsse abgewählt werden und deshalb hätte die CDU jetzt richtig Vollgas zu geben. 46 Tage blieben.

Wie nervös er gewesen sei, vor der Wahl, wird Seel von den „DN” gefragt. „Bis gestern sehr nervös”, sagt er. Dann sei er ziemlich sicher gewesen, dass es reichen würde gegen den jungen Thomas Floßdorf. Seel hat Mails geschrieben, telefoniert, persönliche Gespräche geführt, seine Mannen formiert. Wie Floßdorf auch. Wie das vor einer Wahl in der Politik so läuft. „Entscheidend ist, wie viele Leute Sie mobilisiert bekommen”, sagt Seel.

Man muss sagen, dass der Mobilisationsgrad ziemlich hoch war. 319 Stimmberechtigte waren in den Winkelsaal von Schloss Burgau gekommen, das ist nicht eben wenig für eine Veranstaltung dieser Art. 317 gaben nachher korrekte Wahlzettel ab.

160 kamen aus der Stadt Düren - und auf die hatte Thomas Floßdorf gesetzt. Der Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses in Düren hatte vor der Wahl eine „breite Unterstützung im eigenen Parteivorstand gespürt”. Deshalb war er hernach auch einigermaßen enttäuscht, dass nicht die gesamte Dürener CDU hinter ihm gestanden hatte - schließlich hatte er von den 160 möglichen 143 Stimmen erreicht.

Rolf Seel dagegen konnte auf seine Hausmacht im Südkreis und auf Teile der Eifel bauen. In seiner Vorstellungsrede verweis er auf seine 17-jährige Zeit als Landtagsabgeordneter („Ich bin vier Mal direkt gewählt”) und nannte als Schwerpunkt die Finanzpolitik.

Thomas Floßdorf, Oberstudienrat an einem Jülicher Gymnasium, versuchte mit dem Slogan: „Gemeinsam kann man mehr erreichen” zu punkten. Beide Kandidaten hatten vorher ihre Redezeiten abgesprochen (15 bis 20 Minuten) und hielten sich weitgehend auch daran. Am Ende rief Seel: „Packen wir es an.” Ein Satz, den wohl auch sein Herausforderer unterschreiben würde.
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