Güsten - Altes Triumphkreuz hängt wieder in der Kirche

Altes Triumphkreuz hängt wieder in der Kirche

Von: ptj
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Das wertvolle Triumphkreuz aus der Mitte des 13. Jahrhunderts ist heimgekehrt, die Kirchenausstattung wieder komplett. Foto: Jagodzinska

Güsten. „Es ist schön, dass der Herr des Hauses wieder da ist“. So hatte Propst Josef Wolff im Vorfeld die Rückkehr des wertvollen Triumphkreuzes aus der Mitte des 13. Jahrhunderts in die Pfarrkirche St. Philippus und Jakobus Güsten kommentiert.

Als Zelebrant der Festmesse zu diesem Anlass hatte sich Pfarrer Konny Keutmann über die weitere Bedeutung des Kreuzes Gedanken gemacht. „Ein Kreuz bleibt ein Zeichen des schmerzhaften Anstoßes, war von Anfang an provozierend und skandalös. Die Kreuzigung war Höhepunkt und gleichzeitig absoluter Tiefpunkt Christi Karriere auf Erden“, fasste er zusammen. „Unsere Vorstellungen werden vom Kreuz durchkreuzt. Trotzdem wollen wir die Rede vom Kreuz nicht verstummen lassen. Viele Menschen haben die Erfahrung gemacht, wie sehr es ihnen Hilfe geworden ist in den schweren Stunden ihres Lebens“, so Keutmann. „Er trägt unser Leben durch das Kreuz hindurch.“ Natürlich sollten symbolische Handlungen nicht überbewertet werden. Ein Kreuz mache noch keinen Glauben, noch keine Gemeinde aus. „Sein Kreuz verinnerlichen, damit es sich auswirkt“, sei gefordert.

Nach dem Schlusssegen gaben Ortsvorsteher Erich Gussen und Marc Peez, Leiter der Restaurierungswerkstatt des Amtes für Denkmalpflege im Rheinland, einen Überblick über Untersuchungen und Restaurierungen des Triumphkreuzes. Im April 2010 hatte Peez die Gemeinde gebeten, das Kreuz für eine Untersuchung im Rahmen der Masterarbeit von Stephanie Keinert zur Verfügung zu stellen. Der Kirchenvorstand stimmte zu. Das Kreuz gelangte in die Werkstätten des Amtes für Denkmalpflege in Brauweiler. Bereits 1955 bis 57 war „der Schatz“ in den Werkstätten des Landeskonservators Rheinland in Bonn umfassend restauriert worden.

Weil moderne Untersuchungsmethoden neue Ergebnisse brachten, wurde 2011 nicht ganz unerwartet eine erneute Restaurierung empfohlen. Nach Bewilligung aller Genehmigungen und Fördergelder wurde sie ab Oktober 2012 durch Patricia Langen-Krautkrämer in Brauweiler umgesetzt. Nach rund drei Jahren kehrte das Prunkstück wieder nach Güsten zurück.

Laut Peez entwickelten die Restauratoren eine „ganz intime Beziehung zum Werk“. Das Triumphkreuz, das älter als die Güstener Pfarrkirche ist, besteht aus Linden-, Pappel- und Nussbaumholz und wenigen Eichenholzbestandteilen und hat hauptsächlich romanische Elemente. Gotisch ist alleine die Dornenkrone. Der Kreuzbalken des „Vorzeigeobjektes des Bistums Aachen“ stammt noch aus der Entstehungszeit. Die Farbfassung des Lendentuchs aus dem 13. Jahrhundert bestehe aus Lacksilber, „das Gold vorstellt, aber deshalb nicht weniger wertvoll ist“. Ein Jahrhundert jünger seien die „Inkarnate“, die Fleischfarbe. Die Blutmale bestehen aus indischer Lacklaus, die damals aus Asien über die Seidenstraße transportiert wurde.

Unglaublich kostbar und teuer seien die Materialien gewesen. „Wir übergeben es jetzt konserviert an die nächste Generation“, schloss Peez. Ans Mikro trat Udo Zimmermann, Vorsitzender der Kultur- und Naturstiftung der Sparkasse Düren, die das Projekt mit 4000 Euro unterstützt hat. Der Sponsor will das „Kunstwerk für die Region erhalten“, besonders, „weil es ein Kruzifix ist“. Das Bistum beteiligt sich laut Gussen mit rund 1700 Euro, die Pfarre mit rund 1000 Euro.

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