Jülich - Altes Rathaus Jülich wird an den Kreis Düren verkauft

Altes Rathaus Jülich wird an den Kreis Düren verkauft

Von: Volker Uerlings
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Hinter dem Alten Rathaus soll sich bald was tun. Eine „Quartierslösung“ auf der gesamten Freifläche an der Kapuzinerstraße wird es zwar nicht geben, aber einen Neubau auf dem alten Stüssgen-Grundstück. Foto: Jansen

Jülich. Der Kreis Düren ist ein Mieter der Stadt Jülich – noch. Der Kaufvertrag für das Alte Rathaus am Markt stehe kurz vor der Unterschrift, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn am Montag in Düren. Er hat an prominenter Stelle in der Herzogstadt bekanntlich große Pläne.

Das Rathaus soll mit einem Anbau im hinteren Bereich vergrößert werden, der auf dem früheren Stüssgen-Grundstück (Düsseldorfer/Kapuzinerstraße) errichtet wird.

Der Gesamtkomplex wäre dann das Kreishaus für das Jülicher Land mit künftig 120 Mitarbeitern. Das alles war bislang Theorie und wird am Donnerstag im Jülicher Stadtrat Praxis, der in nichtöffentlicher Sitzung den Beschluss fassen wird. Nachdem nun alle Hürden aus dem Weg geräumt worden seien, könne der Vertrag unterschrieben werden, sagte Spelthahn. Bürgermeister Axel Fuchs bestätigte das auf Anfrage.

Drei Hindernisse haben laut Landrat für eine Verzögerung von mehr als einem Jahr bei diesem Projekt gesorgt. Als zuletzt größtes Problem stellte sich die Suche nach einer passenden Wohnung für eine Mietpartei im Alten Rathaus dar. Die Familie war bei der Planung schlicht „vergessen“ worden und benötigt behindertengerechten Wohnraum. Nun gibt es ein neues Zuhause in der Herzogstadt. Über die Modalitäten sei Stillschweigen verabredet worden, erklärte Axel Fuchs, der aber bestätigte, dass es im Haupt- und Finanzausschuss einen einstimmigen Beschluss dazu gegeben habe.

Ein Auflösungsvertrag liege der Anwältin vor, wie Landrat und Bürgermeister unabhängig voneinander informierten. Sobald er unterschrieben ist, können auch Kreis und Stadt den Kaufvertrag unterzeichnen, über dessen Inhalt schon vor Monaten Einigkeit erzielt wurde. Verabredet wurde ein Kaufpreis laut vorliegendem Gutachten von rund 1,8 Millionen Euro.

Die Verzögerung beim Projekt Kreishaus Jülich kam laut Landrat auch zustande, weil in der Herzogstadt der Wunsch nach Fußgängerpassage mitten durch das Alte Rathaus geäußert worden war. Er sollte den Durchgang von der Kapuzinerstraße zum Markt erlauben. Spelthahn: „Nach Gesprächen mit dem Denkmalschutz musste die schriftliche Stellungnahme der Denkmalbehörde abgewartet werden. Die Prüfung fiel negativ aus, eine Passage wird es nicht geben.“

Und eine „Ehrenrunde“ drehte das Vorhaben, weil über einige Monate versucht worden ist, eine „Quartierslösung“ beim Bau an der Kapuzinerstraße zu finden, der auch Nachbargrundstücke einbezogen hätte, um einen Verbrauchermarkt einzurichten. Diese sei nach zahlreichen Gesprächen „letztlich an dem benachbarten Eigentümer gescheitert“, der sich gegen eine solche Bebauung ausgesprochen habe. Allerdings wurde mit ihm Einigkeit erzielt, dass der Kreis unmittelbar bis an die Grundstücksgrenze bauen darf.

„Jetzt geht es weiter, nachdem wir eine Menge Zeit verloren haben“, erklärte Wolfgang Spelthahn gestern, der spürbar aufatmete. Die weiteren Planungsschritte laufen an beziehungsweise wurden schon gestartet.

Dem Stadtrat werden bald die neuen Vorschläge präsentiert, bei denen das Gebäude besser als in den ersten Entwürfen „städte­baulich integriert“ werde. Für diesen zentralen Bereich des historischen Stadtkerns gilt eine Denkmalbereichssatzung.

Im Frühjahr 2017 rechnet der Landrat mit dem Abriss der Passage auf dem Stüssgen-Grundstück, mit einer Fertigstellung des Komplexes „kleines Kreishaus Jülich“ 2018.

Zwischenzeitlich wurde vom Kreis der Sanierungsbedarf am und im Alten Rathaus ermittelt, wie Spelthahn in Düren am Montag darlegte. Der Finanzierungsbedarf des Gesamtprojekts erhöhe sich auf elf Millionen Euro. Man sei nun dabei, Finanzierungsangebote mit einer Laufzeit von 30 Jahren einzuholen.

Die Stadt Jülich hat ein hohes Interesse an dem Projekt, weil es einen Bereich der Innenstadt belebt, der zuletzt für manche Geschäfte problematisch erschien. Mit den 120 Kreis-Beschäftigten und vor allem dem Publikumsverkehr – unter anderem durch die Zulassungsstelle des Straßenverkehrsamtes – erhoffen sich alle Beteiligten neue Impulse.

Dafür könnten auch einige neue Geschäfte und Dienstleister sorgen, wie Wolfgang Spelthahn am Montag andeutete. „Es haben sich schon interessierte Untermieter gemeldet, die eine interessante Mischung und ein interessantes Angebot versprechen.“

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