Jülich - Altes Rathaus als Jülichs neue Mitte?

Altes Rathaus als Jülichs neue Mitte?

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
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Ehrenwerte Hausbesetzung (v.l.): Wolfgang Hommel, Marco Johnen, Karl Sauer, Margret Esser-Faber, Dr. Eberhard Graffmann und Conrad Doose beziehen Position im und für das Alte Rathaus.

Jülich. Mit Rathäusern ist die Herzogstadt reich gesegnet. Es gibt derer zwei, alt und neu, und das geplante Dienstleistungszentrum wäre faktisch das dritte. Seit Mitte Mai wissen Politik und Verwaltung, was am Schwanenteich machbar ist: nämlich ein Neubau oder ein Anbau, damit alle Stellen von Stadt und Kreis dort unterkommen könnten.

Nun hat sich ein Bündnis aus Jülicher Vereinen und Bürgern gebildet, die sich einen solch teuren Komplex an einem anderen Standort wünschen: Im Herzen der Stadt am Marktplatz.

Quer über die Parteigrenzen hinweg unterstützen Frauen und Männer aus Jülich den Prüfantrag, ob ein Dienstleistungszentrum nicht auch in Verbindung mit dem Alten Rathaus errichtet werden könnte. Wolfgang Hommel, Vorsitzender der Werbegemeinschaft und des Vereins Stadtmarketing, formulierte es deutlich: „Ein Rathaus gehört ins Zentrum, und das ist der Marktplatz.”

Diese Grundhaltung unterstützen der Jülicher Geschichtsverein, der Förderverein Festung Zitadelle, die Junge Union, die stellvertretende CDU-Parteivorsitzende Margret Esser-Faber und viele andere. Voraussetzung: Es ist machbar. Deshalb beantragen sie - wie für den Standort Neues Rathaus schon geschehen - eine zweite Machbarkeitsstudie.

Sie soll den Innenhof des Marktplatz-Rathauses sowie angrenzende Grundstücke einbeziehen. So dürfte zum Beispiel auch der „Luftraum” über der Rathaus-Passage (früher Stüssgen) von der Stadt bebaut werden - dieses Recht ist seit Jahrzehnten verbrieft.

Gemessen an der mehrgeschossigen Bebauung rundherum sei die Passage von Düsseldorfer zur Kapuzinerstraße „im Prinzip noch eine Nachkriegslücke”, sagt Wolfgang Hommel. Einige Vereine sind auch bereit, einen kleinen Anteil an den Kosten einer weiteren Machbarkeitsstudie zu übernehmen.

Das Bürgerbündnis für die Innenstadt führt einige Gründe an, die für eine Stärkung des Zentrums sprechen. In der Düsseldorfer Straße und Umgebung gibt es Leerstände und wenig Laufpublikum. Allein 150 Mitarbeiter der Stadtverwaltung Jülich wären da schon ein Wirtschaftsfaktor, aber vor allem das Publikum, das die Dienststellen von Kommune und Kreis ansteuert. Nur die Polizei fände in der Fußgängerzone wohl eher keine neue Bleibe.

Conrad Doose vom Förderverein Festung Zitadelle verdeutlicht: „Wir sind keineswegs gegen das Projekt Dienstleistungszentrum als solches.” Die Standortfrage hätte aber gründlicher diskutiert werden müssen. „Eine Kommune hat nicht oft die Möglichkeit, so hohe Investitionen in das Herz der Stadt zu lenken.”
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