Altes „Hilfskrankenhaus“: Leerstand in der Aldenhovener Unterwelt

Von: Arnold Greven
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Bürgermeister Lothar Tertel wirft einen prüfenden Blick in die noch vorhandene Kocheinrichtung des ehemaligen Aldenhovener Hilfskrankenhauses. Der Großteil des Inventars ist längst an andere Einrichtungen weitergegeben worden. Foto: Greven

Aldenhoven. Nur Insider wissen, dass es einst in Aldenhoven ein „Hilfskrankenhaus“ gegeben hat, welches gottlob niemals in Aktion getreten ist. Es ist ein Relikt aus der Zeit des „Kalten Krieges“. Errichtet wurde es in den 60er Jahren im Rahmen des zivilen Bevölkerungsschutzes.

Es befindet sich innerhalb dicker Betonwände und -decken unter dem Kindergarten „Regenbogen“ und unter der „Käthe-Kollwitz-Realschule“ auf einer Ausdehnung von mehr als 100 Metern. Damals wurde es auf Veranlassung und mit Mitteln des Bundes erstellt und finanziert. Eigentümerin ist die Gemeinde und teilweise die WOGA als Eigentümerin des Kindergartens.

Tertel lehnt Übertragung ab

Die Nutzung obliegt dem Bundesamt für Zivilschutz, vertreten durch die Bezirksregierung Köln, die auch die notwendigen Betriebskosten erstattet. Ihr Bestreben ist es, die unterirdische Einrichtung ganz an die Gemeinde zu übertragen. Bürgermeister Lothar Tertel lehnt dies nach wie vor ab, weil er keine Möglichkeit für eine sinnvolle Verwendung sieht.

Außerdem sind einige Räume bei starken Regenfällen durch Überschwemmung gefährdet. Abgesehen von einigen Holztüren, die Feuchtigkeitsschäden aufweisen, scheinen die Betriebseinrichtungen trotz der langen Nichtnutzung funktionstüchtig zu sein. Dort wo früher die Heizzentrale war, ist heute das Zentrum der Fernheizung für Realschule und Kindergarten.

Von der Einrichtung des voll ausgestatteten Hilfskrankenhauses sind nur noch zwei Eisen-Bettengestelle vorhanden. Dann gibt es noch die Doppelkochstelle, die noch keinen Abnehmer gefunden hat.

Die Betten und viele andere Einrichtungsgegenstände sind der Feuerwehr Dortmund und der Polizei Düsseldorf zur Verfügung gestellt worden. Die OP-Einrichtungen sind auf der Landesgartenschau zum Einsatz gekommen und später nach Tschernobyl verfrachtet worden.

Zurzeit werden nur zwei der vielen leer stehenden Räume genutzt, der eine als Abstellraum vom Kindergarten und der andere als Übungsraum vom TSC Aldenhoven. Lothar Tertel wünscht sich nichts sehnlicher als Ideen für eine langfristige Nutzung der vielen Räume in Aldenhovens „Unterwelt“, allerdings wissend, dass viele Mittel nötig sind, um sie dauerhaft nutzbar zu machen.

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