Jülich - Altes FH-Areal verwildert seit vier Jahren

Altes FH-Areal verwildert seit vier Jahren

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
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Hinter Gittern und verwildert: Das Gelände der alten FH Jülich liegt seit vier Jahren brach, weil sich die Eigentümer nicht einig werden. Foto: Uerlings

Jülich. Der neue Fachhochschul-Campus in Jülich war eine Art Geschenk. Über 80 Millionen Euro haben sich Bund und Land die neuen Gebäude kosten lassen, auch die Stadt hat ihr Scherflein beigetragen. Dafür gab es aber eben einen auf lange Sicht „zementierten“ Hochschulstandort Jülich und vor allem noch einen „Geschenk-Gutschein“ obendrauf.

Die mögliche Vermarktung des alten FH-Geländes, von dem alle Gebäude entfernt wurden. Dieser Gutschein lässt sich allerdings seit über vier Jahren nicht einlösen. Das große Areal zwischen Ginsterweg und Haubourdinstraße ist umzäunt und verwildert. Eine schnelle Lösung scheint nicht in Sicht, obwohl es fast 400 Bauinteressierte geben soll.

Die große Fläche von nicht ganz 50.000 Quadratmetern gehört nämlich nicht der Stadt allein, sondern ist Gemeinschaftseigentum – auch im Besitz des Landes. Beide Eigner müssten sich einig sein, wie die Flächen aufgeteilt werden. Sind sie aber nicht.

Wechselnde Geschäftsführer

Nach einer Information des Beigeordneten Martin Schulz im Ausschuss für Planung, Umwelt, Bauen am Montagabend sei es „aufgrund sich wiederholt ändernden Zuständigkeiten und wechselnder Geschäftsführer auf Seiten des Bau- und Liegenschaftsbetriebes NRW“ bisher nicht gelungen, eine Lösung zu finden. Die Stadt Jülich habe mehrere Anläufe unternommen. Im letzten Jahr habe es nach einem „tragfähigen Lösungsweg“ ausgesehen. Bis der BLB einen neuen Geschäftsführer bekam und der die Kompromisslösung abgelehnt habe...

„Das ist eine Farce“, sagte Jürgen Laufs (Bündnisgrüne) im Ausschuss.

Was genau ist denn so schwierig an einer Aufteilung – das wollten die Kommunalpolitiker wissen. Der Boden auf dem großen Gelände hat nicht an jeder Stelle den selben Wert. In einem Teil befinde sich beispielsweise eine tektonische Störung. Hier sind allenfalls Gärten oder Parkplätze möglich. Weitere Flächen könnten sofort bebaut werden, andere erst nach der langwierigen Aufstellung eines Bebauungsplanes. Von daher haben beide Eigentümer ein Interesse an einer fairen Aufteilung.

Für Jülich ist die Situation in doppelter Hinsicht misslich. Denn einerseits könnte die Stadt mit Vermarktungseinnahmen ihre prekäre Haushaltssituation lindern. Zum anderen gibt es großes Interesse an den Flächen von Bürgerseite. Laut Martin Schulz liegen der Stadtentwicklungsgesellschaft „383 unverbindliche Interessensbekundungen“ für die Baugrundstücke vor.

Inzwischen gibt es von der neuen Geschäftsführung des Bau- und Liegenschaftsbetriebes, der die Interessen des Landes wahrnimmt, einen „neuen“ Vorschlag: Die Fläche soll von einem Gutachter „ausparzelliert“ und dann aufgeteilt werden. Das Vorgehen stößt bei der Stadt Jülich auf große Gegenliebe, zumal ein solcher Vorschlag schon einmal auf dem Tisch lag – vor Jahren...

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