Alter Kreisbahnhof Jülich steht vor dem Verkauf

Von: Volker Uerlings
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Der Vorher-/Nachher-Vergleich: Dieses Bild zeigt den Kreisbahnhof, wie er heute aussieht... Foto: Uerlings
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...und diese Aufnahme stammt vom Januar: Gestrüpp, Büsche und Bäume stehen noch da. Foto: Uerlings

Jülich. Ein über Jahre verwildertes zentrales Grundstück in der Stadt Jülich steht kurz vor dem Verkauf. Nicht nur das: Es wurde auch gleich gründlich gerodet. Die Rede ist vom alten Jülicher Kreisbahnhof, von dem aus sich vor Jahrzehnten die Bahnen unter anderem in Richtung Kirchberg, Koslar und Barmen bis Puffendorf in Bewegung setzten.

Diese langfristig für das Stadtbild vermutlich günstige Tatsache hat allerdings kurzfristig die Anwohner auf die Palme gebracht. Vor allem die Eigentümer der Häuser an der Merkator-straße, deren Grundstücke rückseitig an den Kreisbahnhof grenzen, wurden überrascht und waren wenig begeistert.

Denn dort gab es so etwas wie einen natürlichen Schutzwall gegen Ganoven, die einen bis zu zehn Meter tiefen und dornenreichen Brombeer-Strauchgürtel hätten überwinden müssen, um auf die Grundstücke zu gelangen. „Das ist für uns auch ein Sicherheitsaspekt“, sagt zum Beispiel Anwohner Heinz Liebeler. Er hält das Vorgehen für „unsensibel“: „Man muss ja nicht gleich alles abholzen oder kann wenigstens warten.“ Teilweise seien auch dicke Bäume entfernt worden. Liebeler und andere Anwohner hätten sich zudem eine grundsätzliche Information vorab gewünscht.

Den bevorstehenden Verkauf des Grundstücks und die Rodung durch den künftigen Besitzer bestätigte auf Anfrage Guido Emunds, Geschäftsführer der Beteiligungsgesellschaft des Kreises Düren (BTG). Nach Jahrzehnten sei endlich ein Käufer für die Fläche gefunden worden, zumal von Kreis- beziehungsweise Kreisbahn-Seite in den vergangenen zwei Jahrzehnten dort mehrfach Bauvorhaben gescheitert seien. „Ob es Wohnhäuser waren, Garagen oder ein Supermarkt.“ Der künftige Eigentümer – nach Information der Lokalredaktion ein Jülicher Bauunternehmen – nimmt nun gewisse Einschränkungen in Kauf oder prüft sie rechtlich neu.

Schallemissionen

So sind an der Adolf-Fischer-Straße voraussichtlich 2000 Qua-dratmeter zu bebauen – angepasst an die vorhandenen Häuser. Auf der Fläche dahinter könnte es anders aussehen, weil Schallemissionen durch Industrieanlieger und Zuckerfabrik hier eine Bebauung verhindern. Das gesamte Gelände ist über 10000 Quadratmeter groß.

Die Rodung wäre auch notwendig geworden, wenn der Kreis Düren den alten Bahnhof übergangsweise genutzt hätte, um in Containern Teile seiner Dienststellen in Jülich unterzubringen, erklärte Guido Emunds.

Diese Option ist nun aber nicht mehr notwendig, nachdem der Stadtrat in einer Sondersitzung den Weg für die Kreis-Beschäftigten in das Alte Rathaus am Jülicher Markt freigemacht hat (wir berichteten). Damit stand auch dem Verkauf des Kreisbahnhofs an der Adolf-Fischer-Straße nichts mehr im Wege.

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