Altenheim-Projekt am Schwarzen Weg: Der Boden ist bereitet

Von: Otto Jonel
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Wasser und Schlamm täuschen. Der Bauplatz, auf dem das Altenheim der Ursula Schmidt GmbH errichtet werden soll, ist „tafelfertig”. Investor und Bauunternehmer warten nur noch auf grünes Licht. Foto: Jonel

Linnich. „Ob das noch was wird?!” Mit Skepsis beäugte mancher Linnicher in den vergangenen Monaten die verlassene Brache am Schwarzen Weg, wo früher der Katholische Kindergarten stand. Nach dessen Abriss hatte sich nicht mehr viel getan.

Dabei sollte doch hier das 80-Plätze-Altenheim der Ursula Schmidt GmbH Aldenhoven entstehen. Und es wird. „Ich warte täglich auf die Baugenehmigung”, sagte am Dienstag Raoul Pöhler, Geschäftsführer der U. Schmidt GmbH.

Vor fast exakt zwei Jahren wurden die Pläne zum Bau des mit 7,5 Millionen Euro veranschlagten Projekts öffentlich. Es löste nicht nur Freude aus. Die Querelen und Querschüsse eines Mitkonkurrenten sieht Pöhler mithin aber als überwunden an. Der Markt werde entscheiden, vertraut er auf die Konzepte, die sich in den Schmidt-Häusern in Aldenhoven und Jülich bewährt hätten.

„Die Nachfrage ist hervorragend”, versichert Pöhler. „Wenn das Haus heute eröffnet würde, hätte ich eine 50-prozentige Auslastung.” Die neben den 80 vollstationären Plätze geplanten sechs Servicewohnungen „sind bereits alle vermietet”.

Aber erst einmal muss die dritte Schmidt-Niederlassung stehen. Nach dem Abriss des Kindergartens hatte sich herausgestellt, dass der Teufel im Untergrund steckt. „Wir haben einen umfangreichen Bodenaustausch vornehmen müssen”, klärt Pöhler auf. Auf dem schluffigen Boden, wie er im Raum Linnich vielfach anzutreffen ist, habe man nach Prüfung durch einen Gutachter nicht gründen können.

Mittlerweile ist auch die Grube für den unterkellerten Teil des Hause ausgehoben. Ohne die eingetretenen Verzögerungen, die sich im Übrigen wegen gesunkener Baukosten nicht verteuernd auswirken, wäre das Geschoss unterhalb der Geländekante jetzt schon im Rohbau fertig. Und dennoch ist der ursprüngliche Bauzeitenplan nicht Makulatur. Wenn die Baugenehmigung noch vor Weihnachten käme, könnte bei zügigem Baubeginn und -fortschritt einiges an verlorenem Boden wettgemacht werden. „Aber rund zwei Monate werden wohl hängenbleiben”, schätzt Pöhler. Nun peilt er Januar/Februar 2011 als Zeitraum der Fertigstellung des Altenheimes an.

Befreiung fehlt noch

Peter Breuer, Fachbereichsleiter für das Bauwesen im Linnicher Rathaus, weist diesen Optimismus nicht von der Hand. Der neu strukturierte Bauausschuss der Stadt Linnich müsse in seiner ersten Sitzung am 14. Dezember zwar noch eine Befreiung wegen Abstandsüberschreitung aussprechen - ein Außentreppenhaus des Altenheims rückt zu nah an die Grundstücksgrenze heran -, aber das sei eher eine Formsache. Sollte der Kreis nicht nicht weitere zu erfüllende Forderungen erhoben haben, dürfte nach Breuers Ansicht die Baugenehmigung wenige Tage nach der Linnicher Ausschusssitzung erteilt sein.

Mit der Genehmigung erwartet Pöhler ein starkes Argument, wenn nicht gar den Schlussstrich unter den Konflikt mit einigen Anwohner. Deren Bedenken hinsichtlich einer Beeinträchtigung durch die Abfallcontainer des Altenheims sind nach seiner Überzeugung gegenstandslos. „Wir haben die Bedenken der Anwohner durch einen unberechtigt geforderten Sonderbau eingepflegt.” In dem würden die Mülltonnen der Einrichtung eingehaust. Mit Baubeginn werde er zu der ankündigten Anwohnerversammlung einladen und alle Pläne offenlegen. Pöhler setzt nach wie vor auf die Überzeugungskraft von Beispielen - „Wir haben schließlich schon professionell Projekte umgesetzt.” - und ein gutnachbarschaftliches Verhältnis.
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