Alte Weberei lässt die Kunst strahlen

Von: jago
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Mitglieder der Gruppe „Gedok A46“ stellen in der Alten Weberei“ aus: „Kleine Universen entzünden“ ist der Titel der Installation, in der sich passend dazu die Künstlerinnen als Einzeluniversen im Gesamtuniversum sehen, entzünden und gegenseitig unterstützen. Foto: Jagodzinska

Rödingen. Manche Kunstausstellungen sind sehenswert und interessant, andere wichtig für die Kunstszene, wiederum andere kritisch und motivierend. Nicht viele Ausstellungen vereinen alle diese Kriterien in sich.

Auf die am Wochenende in der Galerie „Alte Weberei“ in Rödingen eröffnete Ausstellung mit Werken von Künstlerinnen der Vereinigung „Gedok A46“ trifft dies zu, und macht sie damit zu einem ganz besonderen Ereignis. Die Gedok ist ein 1926 gegründetes Netzwerk von Künstlerinnen mit dem Anliegen, die künstlerischen Talente von Frauen zu fördern. Angeschlossene Kunstgattungen sind die Bereiche bildende Kunst, Literatur, Musik, angewandte Kunst, Original Design, interdisziplinäre Kunst, Schauspiel und Tanz.

Zu Gründungszeiten waren es überwiegend feministische Ansätze, mit denen die Solidargemeinschaft der Frauen für die Gleichberechtigung ihrer Werke in einem von Männern dominierten Kunstbetrieb kämpfte. Ansatzweise gilt dies auch in modernen Zeiten immer noch, die Ansprüche haben sich jedoch verlagert, so auch in der 1996 gegründeten „Regionalgruppe A46“. Deren Vorsitzende Ulrike Mayer Trede „Matre“ beschreibt die Intentionen: „Wir wollen nicht den Unterschied zwischen weiblicher und männlicher Kunst herausstellen. Wir wollen gute Kunst, dafür nutzen wir unser Netzwerk.“

Die Galerie in Rödingen eignet sich ganz hervorragend zur Umsetzung des Anspruchs, einen repräsentativen Querschnitt professionellen Kunstschaffens aus Frauenhand zu präsentieren. Alleine die Vielfalt der gezeigten Werke war im Vorfeld eine Riesenherausforderung an Galeristin Brigitte Habig, die den Spagat zwischen der optimalen Positionierung jedes einzelnen Objekts und der Integration in ein daraus resultierendes funktionierendes Gesamtkonzept zu bewältigen hatte. Ist es gelungen?

Die Antwort von Matre überzeugt: „Dieser Platz lässt die Kunst zum Strahlen bringen.“ Um dieses Strahlen richtig zu genießen, empfiehlt sich dem Besucher eine entspannte Wanderung durch das abwechslungsreiche Labyrinth aus Malerei, Fotografie, Installationen, digitalen Collagen und Objekten. Trifft man dabei ganz nebenbei auf eine der Künstlerinnen, ist diese gerne bereit zu einem Gedankenaustausch über ihr ganz spezielles Werk oder das Kunstschaffen im Rahmen der „Gedok A46“. Eine derart komprimierte und gleichzeitig facettenreiche Ansammlung von Gegenwartskunst auf hohem Niveau findet sich selten in einer einzigen Ausstellung.

Diese Gelegenheit, die so schnell nicht wieder kommt, sollten Kunstliebhaber sich nicht entgehen lassen. Geöffnet ist die Ausstellung am 21. und 22. September jeweils von 15 bis 19 Uhr.

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