Alte Reichsstraße: Forderung nach Tempo 30 bleibt

Von: ptj
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Die Merscher untermauerten ihre Forderung nach Tempo 30 auf der Alten Reichsstraße. Foto: Jagodzinska

Mersch/Pattern. Wichtigster Tagesordnungspunkt bei einer Versammlung in Mersch/Pattern war eine „altbekannte Geschichte”: Tempo 30 ganzjährig für jedermann auf der gesamten Alten Reichsstraße durchzusetzen. Mit der dauerhaften Regelung „nur” für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen geben sich die Anwohner nicht zufrieden.

Gast war auf Einladung der CDU Jülichs Beigeordneter Martin Schulz, der Stellung nahm: Zur Errechnung der Lärmwerte seien Messungen vereinbart worden, die im April außerhalb der Ferien vorgenommen wurden, aber noch nicht ausgewertet seien.

Schulz nannte den 28. September als neuen Termin außerhalb einer Parteiveranstaltung, zu der nach Auswertung der Daten mit Fachleuten „vernünftig” diskutiert werde. Ferner hatten ihm Anwohner im Vorfeld die Landstraße in Merzenhausen als beispielhaft für ihr Begehren genannt.

Laut Schulz handele es sich um eine „quasi geduldete Regelung, die Stück für Stück passiert ist”. Ausgangspunkt sei eine „wohl gefährlichere” Bürgersteigsituation gewesen. Weil es aber „kein Recht im Unrecht” geben dürfe, sei die Situation nicht auf Mersch übertragbar. Nicht nur Ortsvereinsvorsitzender Heinz Spelthahn zeigte sich enttäuscht über den Inhalt des Statements, das „uns nichts gibt. Allein die Stadt ist zuständig für die Tempo-30-Regelung”.

Die Bürger hatten zuvor auf den Rat der Verwaltung hin der Einbindung der Bezirksregierung zugestimmt, um eine einvernehmliche Lösung herbeizuführen, obwohl die Stadt deren Zustimmung zur Anordnung einer Tempo 30-Zone nicht benötige. Es habe aber „kein einziges Gespräch mit dem Regierungspräsidenten” gegeben. „Ein Gespräch, das gar nicht stattfindet, kann auch nicht geeignet sein, eine einvernehmliche Lösung herbeizuführen”, sagte Spelthahn. Der RP gehöre Ende September dringend mit an den Tisch, was Schulz durch ein Kopfnicken aufnahm.

Im Vorfeld der nächsten Rübenkampagne kochte die Diskussion erneut auf. „Was nutzen uns die vier 30-km/h-Schilder mit Lkw drauf? Der Zustand ist vor allem in den frühen Morgenstunden unbefriedigend. Vor halb sechs donnert hier der erste Trecker volles Rohr durch”, lauteten die stärksten Argumente der knapp 30 Teilnehmer in der Alten Schule in Pattern.

Einig war sich die Versammlung, an Landrat Wolfgang Spelthahn zu appellieren, häufigere Kontrollen - vor allem während einer Kampagne - durchführen zu lassen. Ferner einigte man sich, eine Zeit lang Übergangslösungen zu testen. Beispiele waren Blinkanlagen, eventuell in Kombination mit einem Parkverbot für bestimmte Tageszeiten oder nur auf einer Seite.

Denn die vor acht Jahren beschlossenen Straßenverengungen erwiesen sich als kontroverses Thema. Selbstverständlich stehen diese Kompromisse „einer dauerhaften Lösung zur ständigen 30-Zone nicht entgegen. Die Frage ist: Wie flankieren wir das?” fasste Spelthahn zusammen.
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