Hasselsweiler - Alte Platanen sollen nicht gefällt werden

Alte Platanen sollen nicht gefällt werden

Von: hfs.
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Die 18 Plantanen an der Ortsdu
Die 18 Plantanen an der Ortsdurchfahrt Hasselsweiler bleiben stehen. Dies beschloss jedenfalls der Planungsausschuss, der mehrheitlich das Fällen der Bäume und eine Neuanpflanzung mit Stieleichen ablehnte. Foto: hfs.

Hasselsweiler. Die Planungen zum Ausbau der Kreisstraße 5 zwischen der Kapelle in Müntz und der Ortsdurchfahrt Hasselsweiler stehen seit Anfang an unter keinem guten Stern. Mehr als fünf Jahre gingen ins Land, ehe im Dezember der Spatenstich gemacht werden konnte. Doch jetzt meldete der Kreis als Bauherr erneut Planungsbedarf an.

Schließlich habe man festgestellt, dass die 18 Plantanen zwischen Marienstraße und Altenheim durch starke Wurzelbildung die Gehwege beschädigten. Die Folge: Änderung im Bauprogramm mit der Absicht, die 20 Jahre alten Bäume zu fällen und durch Linden zu ersetzen. Was der Ausschuss für Bauen, Planen und Umwelt allerdings jetzt mehrheitlich ablehnte.

Hintergrund der Planungsänderung sind die vorhandenen Plantanen-Baumreihen im Bereich von Marienstraße und Altenheim. Nach der derzeitigen Planungen sollten die bis zu 20 Meter hohen Bäume erhalten bleiben.

Doch auf Grund von Beschwerden aus der Bevölkerung wurde eine nochmalige Überprüfung vorgenommen. Hierbei wurde denn, so der zuständige Ingenieur in der Ausschusssitzung festgestellt, dass das Wurzelwerk der Bäume einen ordnungsgemäßen Gehwegausbau unmöglich macht. Denn die Idee, den Gehweg im Bereich der Baumscheiben anzuheben, den Wurzeln mehr „Unterbau” zu geben, erwies sich als nicht praktikabel und durchführbar.

Da der westliche Gehweg am Sportplatz entlang zudem durch den schon mächtigen Umfang der Stämme nicht durchgängig genutzt werden kann und die Bäume in Richtung Straße gerückt werden müssten, sei es sinnvoll, die Plantanen komplett zu entfernen und, so der Ingenieuer, durch dichtkronige, standortgerechtere Lindenbäume zu ersetzen.

Eine Maßnahme, die bereits mit dem Kreis sowie der Bezirksregierung Köln als Zuschussgeber abgestimmt sei, denn schließlich würde die Änderung im Bauprogramm Mehrkosten von rund 52.000 Euro (Fällen, Neubepflanzung, Neuverlegung von Strom-und Wasserleitungen) nach sich ziehen.

Mit diesem Vorschlag konnten sich insbesondere Bündnis 90/Grüne, SPD als auch W.I.R-Fraktion nicht anfreunden. es entwickelte sich eine lebhafte und rege Diskussion, die innerhalb einer Sitzungsunterbrechung fortgesetzt wurde. Denn vor allen Dingen das Fällen der imposanten, rund 20 Jahre alten Bäume regte Widerspruch.

„In der Stadt kämpft man um jeden Baum, und wir wollen hier sozusagen ein außergewöhnliches Naturdenkmal mit dem Charakter einer alten Allee entfernen”, meinte der W.I.R.-Fraktionsvorsitzende Detlef Cremer. Zudem zweifelte die Mehrheit der Ausschussmitglieder die Eignung von Linden wegen deren starker Ausharzung an, befand, dass die Neuanpflanzung mit rund 2,50 Meter großen neuen Bäumen den Alleencharakter in keinster Weise auch nur annährend ersetzen könne.

Die Aussage von Ingenieur Schmelzer, man könne selbstverständlich auch größere Bäume setzen, fand ebenso keinen Zuspruch wie die Feststellung, anstatt Lindenbäume dann eben Stieleichen zu nehmen.

Die Anregung eines SPD-Mitglieds, vielleicht auf den Gehweg entlang des Sportplatzes zu verzichten, entkräftete Bürgermeister Jürgen Frantzen. Diesbezüglich sei man auf die Förderrichtlinien angewiesen. Die besagen, dass ein innerörtlicher Straßenausbau nur mit beidseitigen Gehwegen bezuschusst wird. Bei der anschließenden Abstimmung votierte nur die CDU für die Änderung des Bauprogramms, mehrheitlich wurde es abgelehnt. Damit bleibt alles beim Alten, vorausgesetzt, auch der Rat lehnt in der kommenden Woche die Neuplanung ab.

Neuer Gaslieferant?

Auf Antrag der Bündnisgrünen befasste sich der Bauauschuss anstatt im nicht- im öffentlichen Teil der Sitzung mit der Wärmeversorgung für das Schulzentrum Titz. Man habe hinsichtlich der Wärmelieferverträge mit dem regionalen Versorgungsträger Energie- und Wasserversorgung (EWV), Stolberg, festgestellt, dass es auf dem „offenen Gasmarkt günstigere Gaslieferverträge” gäbe.

So wollen Bündnis 90/Grüne festgestellt haben, dass es alleine am Beispiel des Gasverbrauchs am Schulzentrum jährlich zu Einsparungen von circa 29.000 Euro kommen kann.

So stellte man denn den Antrag, dass die Verwaltung bis zur nächsten Sitzungsrunde beauftragt wird, Angebote für alle Gaslieferstellen der Gemeinde auf dem offenen Markt einzuholen. Was auf Bitten des Bürgermeisters dahingehend relativiert wurde, dass man sich hinsichtlich des genannten Zeitraumes auf den Terminus „baldmöglichst” verständigte, dementsprechend auch einstimmig beschlossen wurde.

„Denn mit einer Recherche im Internet ist es dabei nicht getan. Es erfordert eine Unmenge Zeit, eine genaue Übersicht zu erstellen”, meinte Fachbereichsleiter Michael Müller auch im Hinblick auf die Tatsache, dass keinerlei Kündigungsfristen beachtet werden müssen.
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