Alte FH Jülich: Hoffnung im Grundstücksstreit

Von: Volker Uerlings
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Hinter Gittern und verwildert: Das Gelände der alten FH Jülich liegt seit fast fünf Jahren brach, weil sich die Eigentümer nicht einig werden. Im Streit um das begehrte Wohnbau-Areal scheint es jetzt Hoffnung zu geben. Foto: Uerlings

Jülich. Seit fast fünf Jahren ist der neue Fachhochschul-Campus Jülich in Betrieb. Seit eben dieser Zeit ist das Altgelände der FH die größte Entwicklungsfläche für Wohnraum – in der Theorie. Denn praktisch liegt die Fläche brach, weil die Stadt nach diversen Gesprächen und Verhandlungen mit mehrfach wechselnden Verantwortlichen beim Miteigentümer keine Einigung erzielen konnte. Im Moment scheint es ein wenig Hoffnung zu geben.

Grob gesagt, gehören zwei Drittel der rund 50.000 Quadratmeter der Stadtentwicklungsgesellschaft Jülich. Ein Drittel ist im Besitz des Landes, dessen Interessen der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW wahrnimmt. Durch mehrere Führungswechsel bei der BLB-Niederlassung Aachen wurden mündliche Verabredungen wieder rückgängig gemacht. Nun aber haben sich SEG, Stadt und BLB verständigt, die Eigentumsanteile über einen Gutachter ermitteln zu lassen. Warum ist das so schwierig?

Die Bereiche des großen Grundstückes sind unterschiedlich „wertig“. Manche können sofort bebaut werden, andere nicht. Der Experte soll nun bewerten und anhand der Ergebnisse eine Linie ziehen, ab der das Areal geteilt wird. „Der nördliche Teil fällt an das Land, der südliche an die Stadt“, erklärte Beigeordneter Martin Schulz im Ausschuss für Kultur, Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing. In der Grafik links wäre das der untere Teil. SEG-Geschäftsführer Frank Drewes: „Ich denke, dass der erste Vorschlag in etwa zwei Wochen vorliegen wird.“ Dann gibt es weitere Gespräche mit dem BLB. Bei einer Einigung wäre die Grenzlinie auch ein Schlussstrich.

Das Interesse an Grundstücken auf dem FH-Altgelände ist groß. Die Stadtentwicklungsgesellschaft hat von fast 400 „Interessenbekundungen“ gesprochen. Insgesamt schätzt die Jülicher Verwaltung das Potenzial auf 250 Wohneinheiten. Auch aus aktuellem Anlass wäre eine Einigung wünschenswert: Bei der Suche nach dem Standort einer weiteren notwendigen Kindertagesstätte ist das FH-Gelände in den Fokus gerückt. Sie müsste allerdings schnell gebaut werden. Martin Schulz ist auch nach fünf Jahren Optimist: „Wir sind jetzt auf einem guten Weg.“

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