Jülich - Als erste Frau mit Friedensnobelpreis ausgezeichnet

Als erste Frau mit Friedensnobelpreis ausgezeichnet

Von: Kr.
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Die musikalische Lesung zu Bertha von Suttners Leben und Wirken gestalteten Margret Hanuschkin (r.) und das Flötenensemble „Il faluto Dolce“. Foto: Kròl

Jülich. Zu ihren Lebzeiten ist sie eine aufregende und spannungsvolle Persönlichkeit mit großer Ausstrahlung und Einfluss gewesen. Sie war die erste Frau, die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, denn stets hatte Bertha von Suttner sich für Frieden eingesetzt.

Dabei stammte sie ursprünglich aus einer Militärfamilie. 1843 als Bertha Sophia Felicita Gräfin Kinsky von Wichinitz und Tettau geboren, wuchs sie zwar wohlbehütet auf, doch anders als ihr Name verheißt, entsprach ihre Abstammung nicht den Ansprüchen des Adels. Und so wurden sie und ihre Familie geschnitten.

Ihr Leben war dennoch schillernd, wie in einem Roman mit unglaublichen Romanzen, etlichen Verlobungen und zum Schluss der Heirat mit Arthur Freiherr von Suttner, einem sieben Jahre jüngeren Mann, mit dem sie durchbrannte und mit dem sie bis seinem Tode im Jahre 1902 sehr glücklich war.

In der Zwischenzeit war aus der romantischen naiven jungen Bertha eine reife Frau mit festen Grundsätzen und einem kämpferischen Geist geworden. In den ersten Jahren ihrer Ehe, die das Paar in Georgien verbrachte, verdienten beide den Lebensunterhalt mit journalistischer Tätigkeit, die Bertha von Suttner beibehielt, als sie nach Wien in den Schoß der Familie Suttner zurückkehrten. Dabei verschrieb sie sich der pazifistischen Arbeit und veröffentlichte 1889 ihr wohl bekanntestes Werk „Die Waffen nieder“, einen Roman in dem sie die Schrecken des Krieges aus Sicht der Frau beschrieb.

Sie regte die Gründung der „Friedensgesellschaft Venedig“ mit an, und in der „österreichische Gesellschaft der Friedensfreunde“ wurde sie die erste Präsidentin. Suttner nahm an Friedenskongressen teil und gründete die deutsche Friedensgesellschaft. Sie korrespondierte mit namhaften Persönlichkeiten, unterhielt eine lange Freundschaft zu Alfred Nobel und wurde 1905 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Am 21. Juni 1914, wenige Wochen vor Beginn des Ersten Weltkrieges, erlag Bertha von Suttner einem Krebsleiden.

Nicht der Schriftstellerin, sondern der Frau und Pazifistin Bertha von Suttner war ein musikalisch literarischer Abend in der Jülicher Stadtbücherei gewidmet, zu dem der Förderverein der Stadtbücherei eingeladen hatte. Margret Hanuschkin war als Vortragende gewonnen worden, die sich intensiv mit dem Leben dieser beeindruckenden Frau beschäftigt hat. Zunächst zeichnete Hanuschkin ein Bild des jungen Mädchens und damit auch der damaligen Zeit. Ihr erster Ball, ihre Enttäuschungen und ihre drei Verlobungen, die in die Brüche gingen, waren Thema bis zu ihrer Reise nach Georgien, gemeinsam mit ihrem Ehemann.

Im zweiten Teil des Abends ging es vor voll besetztem Haus um die Politikerin und Friedenskämpferin von Suttner, ihr Engagement für Frauenrechte und auch um Tierschutz. Zu den einzelnen Lebensabschnitten, zu deren Ausführungen Margaret Hanuschkin nicht nur die Memoiren Bertha von Suttner hinzugezogen hatte, sondern auch ihr Werk „Die Waffen nieder“ sowie die Biografie von Brigitte Hamann, hatte das Flötenensemble Il Flauto dolce mit Agnes Brodbeck, Claudia Backhausen, Maria Krämer, Gaby Pirug und Marlies Stechemesser entsprechende Musikstücke ausgewählt.

Seit einigen Jahren unterstützen sie bereits den Förderverein bei solchen Veranstaltungen. Sie begannen mit „Prelude“ von David Thomsons. „So beschwingt wie Mozarts Musik, ist die junge Bertha von Suttner zu ihrem ersten Ball gegangen“, erklärte Hanuschkin, denn zu diesem Lebensabschnitt hatten die Musikerinnen „Divertimento“ Allegro und Andantino des Komponisten ausgewählt. Ihre Episode in Russland wurde von Erich Plessows „Wenn Sonja russisch Tanzt“ und Wilhelm Friedemann Bachs „Allegro“ umrahmt.

Nach der Pause setzten sie weitere Zeichen mit Faurés „Lydia“, dem „Marsch militair“ von Schubert und zum guten Schluss noch einmal mit Fauré und „Cantique de Jean Racine“. Damit bewiesen sie ein gutes Händchen. Sowohl ihre Musik als auch der Vortrag von Margret Hanuschkin sorgten für einen abwechslungsreichen und unterhaltsamen Abend.

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