Als die Uhren in zwei Städten stehen blieben

Von: red
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Nach dem verheerenden Angriff vor fast 70 Jahren: Die Dürener Innenstadt ist total zerstört. Foto: Archiv Düren, Museum Jülich

Düren/Jülich. Kurz vor 15.30 Uhr am 16. November 1944 bildeten die beiden großen Nachbarstädte an der Rur eine unfreiwillige Schicksalsgemeinschaft. Düren und Jülich wurden vor fast 70 Jahren nahezu zeitgleich von britischen Kampffliegern mit Bombenteppichen überzogen und fielen in Schutt und Asche.

Kurz vor 16 Uhr an diesem Tag blieben die Uhren mit dem Ende des Bombardements stehen. Es schlug die Stunde Null, weil danach nichts mehr so war wie vorher. Warum kam es wenige Monate vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu dem verheerenden Angriff, dem über 3000 Menschen in Düren und über 1000 in Jülich zum Opfer fielen?

Mithilfe von drei Zeitzeugen aus beiden Städten, kompetenten Lokalhistorikern und jungen Leuten, die dieses Thema beschäftigt hat, wollen die vier Tageszeitungen im Kreis Düren nach Antworten nicht nur auf diese Frage suchen. Wir laden ein zu einer Forumsveranstaltung in der Marienkirche Düren (Hoeschplatz), die am Montag, 10. November, um 19 Uhr beginnt – bei natürlich freiem Eintritt.

So erzählen die Gebrüder Schlusche aus Jülich, wie der eine vom Angriff in Düren überrascht wurde und der andere in Jülich. Und wie sich die Brüder – heute 85 und 87 Jahre alt – danach wiedergefunden haben. Marga Papewalis ist 83 und Urdürenerin. Sie hatte ein Geschäft in der Wirtelstraße, später Zehnthofstraße und berichtet, wie sie die Zerstörung ihrer Heimatstadt erlebte.

Die historische Einordnung der „Operation Queen“, wie sie von den Alliierten genannt wurde, vor 70 Jahren besprechen die Moderatoren der Forumsveranstaltung mit den Historikern Dr. Horst Wallraff aus Düren und Guido von Büren aus Jülich.

Der Autor und Kabarettist Achim Konejung aus Müddersheim zeigt und kommentiert an diesem Abend zum Teil noch wenig bekanntes Filmmaterial, das im Zusammenhang mit den Bombenangriffen steht: zum Beispiel den Besuch des britischen Premiers Winston Churchills in der Zitadelle Jülich 1945, die Einnahme Dürens durch amerikanische Truppen, Sequenzen von den Kämpfen im Hürtgenwald bis hin zur Flutung des Rurtals durch die Sprengung der Urfttalsperre.

Zu Wort kommt am Montag, 10. November, in der Marienkirche auch die junge Generation. Jugendliche, die das Gymnasium Zitadelle Jülich und das Stiftische Gymnasium Düren besuchen, haben sich mit weiteren Zeitzeugen befasst, die sie in Wort und Film kurz vorstellen. An der Seite ihrer Lehrer Achim Jaeger (Stift) und Dirk Neumann (Zitadelle) sprechen sie in einer weiteren Talk-Runde darüber, wie es gelingen kann, dass (lokale) Geschichte nicht in Vergessenheit gerät.

Das Leserforum „Die Stunde Null (vor 70 Jahren)“ ist eine gemeinsame Veranstaltung von Dürener Zeitung, Dürener Nachrichten, Jülicher Zeitung und Jülicher Nachrichten. Es moderieren Ingo Latotzki, Stephan Johnen und Volker Uerlings.

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