Alles, aber kein Unkraut

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Das Scharbockskraut enthält viel Vitamin C, wurde früher auf Seereisen zum Schutz vor Skorbut verwendet. Die Blätter sind nach der Blüte giftig. Foto: Mengel-Driefert
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Schmackhafte Unkräuter: Der Bärlauch ist im Jülicher Land zahlreich zu finden, hier in der Nähe des Forschungszentrums. Foto: Mengel-Driefert
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Wildkräuter oder Unkraut?: Landschaftswart Robert Mohl zeigt schmackhaften Bärlauch. Foto: Mengel-Driefert

Jülich. Ehren- und Gedenktage gibt es viele – darunter auch einige kuriose. Der Tag zu Ehren des Unkrauts ist so einer. Er wurde 2003 von Garten-Bloggern eingeführt und wird jährlich am 28. März gefeiert. Von wem, bleibt ein Geheimnis, doch bietet er einen schönen Anlass, die Kräuter von einer anderen Seite zubetrachten, die positiven Seiten des sonst unerwünschten Wildwuchses herauszustellen.

Beschreibt die Bezeichnung Unkraut lediglich, dass die Pflanzen nicht gewollt sind, da sie sich eigenständig verbreiten, wo keiner sie haben möchte.

Robert Mohl, Landschaftswart im Jülicher Land, mag den Begriff Unkraut nicht, verwendet eine andere, liebevolle Bezeichnung: „Für mich sind das Wildkräuter“, sagt er, zeigt dabei auf den weithin bekannten Löwenzahn. Nicht nur die Blätter seien essbar, die gelbe Blüte ebenso, wenn auch bitter im Geschmack. Ebenfalls genießbar seien die weißen Blütenköpfchen der Gänseblümchen. Aus manchem Wildkraut lässt sich so ein schmackhafter Salat zubereiten. Selbst die frischen Blätter des Gierschs – den wahrhaftig kein Gärtner gerne in seinem Garten sieht – könne in der Salatschüssel eine Verwendung finden.

Im Gehölz neben dem Systeminstandsetzungswerk der Bundeswehr zeigt Mohl auf Bärlauch – auch ein Unkraut – der beim näheren Herantreten intensiv nach Knoblauch riecht. Wer sich etwas von der Straße weg bewege, könne hier unbedenklich kleine Mengen für den Eigenbedarf sammeln. Bärlauch ähnelt dem giftigen Maiglöckchen, doch in der Regel bewohnten die unterschiedlichen Gewächse nicht das gleiche Biotop, informiert Mohl. Der Bärlauch liebe eher feuchte Böden, Maiglöckchen den trockenen Eichen- oder Buchenwald. Die Maiglöckchen seien zudem etwas später im Wachstum.

Auch die Knoblauchrauke ist schmackhaft, sie hat eine herzförmige Blattform und einen leicht gezähmten Blattrand. Beide Pflanzen, der Bärlauch wie die Knoblauchrauke, hätten einen großen Vorteil gegenüber dem gemeinen Knoblauch. Sie schmeckten zwar nach Knoblauch, derjenige, der sie esse, rieche jedoch nicht danach.

Giftig sei, weist Mohl hin, der Aronstab, der sich hier zwischen dem Bärlauch angesiedelt hat. Seine Blätter sind auffällig herzförmig, damit gut vom Bärlauch zu unterscheiden. Auf eine andere Art- und Weise ist der Spitzwegerich und das Scharbockskraut nützlich. So helfe der Spitzwegerich bei Brennnesselverbrennungen. Wird ein Blatt auf der Hand verrieben, erklärt Mohl, der Saft auf den Bläschen verrieben, gehe die Schwellung zurück. Zur Erklärung fügt er hinzu: „Der Saft des Spitzwegerich wirke wie Antihistamin, die Hautreaktion sei nichts anderes als eine allergische Reaktion auf die Ameisensäure in den Brennnesselhaaren. Das Scharbockskraut, das im Jülicher Land zu finden ist, galt früher als Mittel gegen Vitamin C-Mangel, wurde von Seefahrern prophylaktisch gegen Skorbut eingesetzt. Nach der Blüte sind die Blätter jedoch giftig.

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