Alleinstehende feiern Heiligabend in Christina-Stuben

Von: ma.ho.
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Alleinstehende haben in den Christina-Stuben Heiligabend gefeiert. Foto: Horrig

Jülich. Weihnachten gilt traditionell als das Fest der Familie. Man sitzt zusammen im Kreise der Lieben, feiert miteinander und fühlt wohltuende Geborgenheit. Viele Menschen aber verbringen Heiligabend und Weihnachten allein - die Gründe sind vielfältig.

„Ich lebe allein, was kann ich da schon Heiligabend machen“? Es bleibt nur das Fernsehen, um sich ein wenig abzulenken, doch das gelingt nicht immer. Und damit alle Jahre wieder ist sie da – die große Angst vor der Einsamkeit. Erfreulicherweise gibt aber es in Jülich seit 1975 den Heiligabend für Alleinstehende. Diese Feier bietet Gelegenheit, bei Gebäck und warmen Getränken gemeinsam Weihnachtslieder zu singen, Geschichten zu hören und miteinander ins Gespräch zu kommen. Zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer unterstützen Jahr für Jahr die Feier in der Christina-Stuben des Roncalli-Hauses.

Auch in diesem Jahr standen 14 Händepaare bereit, um alles vorzubereiten und die Feier durchzuführen, zu der sich über 50 Gäste einfanden - Ältere und Jüngere, Stammgäste und neue. Liebevoll geschmückte Tische und ein leuchtender Weihnachtsbaum vermittelten eine herzliche und weihnachtliche Atmosphäre. Heinrich C., der nun zum dritten Mal die Feier besuchte, betonte, dass für ihn die Unterhaltung und Atmosphäre ganz wichtig sei. „Es ist doch wunderschön, gemeinsam zu feiern“.

Lothar Z. hob das Engagement der Ehrenamtler besonders hervor. Der Gedankenaustausch und das Wiedersehen von Bekannten spielte für Lothar Z. eine große Rolle. Achim S. erklärte: „Ich wäre allein und die Einsamkeit ist nicht schön. Besonders nicht an solchen Tagen, die eigentlich für die Familien und Freunde gedacht sind“.

Alle Jahre wieder wird Heiligabend in der Christina-Stube der Weihnachtsgedanke gelebt. Es wurde leise beim Vorlesen von Geschichten, doch beim gemeinsamen Singen, brachte sich jeder mit viel Euphorie ein. Aber nicht nur das Feiern stand im Vordergrund, sondern auch das Zuhören - sich einfach mal dazusetzen und den Problemen zu lauschen. Ein offenes Ohr und etwas Hilfestellung tut da manchmal schon Wunder.

Seit über 15 Jahren überrascht der Jülicher Metzgermeister Heinz Franken die Gäste mit einem köstlichen Weihnachtsessen. Zu Beginn brachte Franken Frikadellen mit, die dann im Roncalli-Haus gebruzzelt wurden.

Doch dann kam er und erklärte: „Ich koch üch jet - da machen wir was für die Jungs“. Jahr für Jahr brachte der Metzger das Heiligabend-Essen in die Christina-Stuben. Erst wenn alles erledigt war und alle zufrieden aßen, konnte Franken zu sich selber sagen: „So, jetzt ist Weihnachten“.

Gerne erinnert sich Meister Franken an so manch Anekdötchen der vergangenen Jahre. „Wir haben uns einmal zu Weihnachten im Schnee festgefahren und mussten das Essen zu Fuß weitertransportieren“. Alles in allem schmunzelt er und betont: „Wir haben immer Spaß gehabt“.

In diesem Jahr wurde der scheidende Metzgermeister von seinem Enkel, dem neunjährigen Nico, begleitet, dem die Unterstützung dieser Feier für Alleinstehende sichtlich Freude machte.

Zusätzlich zum Essen erhielten die Gäste an diesem Abend auch die begehrten Überraschungstüten. Hier gilt der besondere Dank den Damen des Lions Club Jülich Gavadiae für eine Spende von 500 Euro und der Gärtnerei Schayen am Friedhof.

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