Alien-Roboter mischen Mädchengymnasium auf

Von: ptj
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Siebtklässlerinnen präsentie
Siebtklässlerinnen präsentieren die Resultate ihrer Gruppenaufgaben. Die Lego-Mindstorms-Roboter erkennen sich durch Ultraschallsensoren sogar selbst. Foto: Jagodzinska

Jülich. Lego-Mindstorms-Roboter folgen per Lichtsensor einer schwarzen spiralförmigen Linie im Technikraum des Mädchengymnasiums Jülich. Sie stoppen bei akustischen Signalen wie In-die-Hände-Klatschen ihrer Programmiererinnen oder beim Tasten von Hindernissen und erkennen sich durch ihren Ultraschallsensor gegenseitig.

Begeisterter Applaus der anwesenden Eltern und Lehrer belohnte die außergewöhnliche Leistung der 16 Siebtklässlerinnen aus zwei Klassen. Der zweitägige kostenlose Roboterworkshop „go4IT”, geleitet von Informatik-„Hiwis” der RWTH Aachen, soll einen Einblick in den Informatik-Bereich des Schulfachs Naturwissenschaften gewähren, das vor dem Differenzierungsbereich der Klassen 8 und 9 neben den Fächern Latein und Ernährungswissenschaften zur Wahl steht.

Zielgruppe der Workshops sind Mädchen an Gymnasien, nach Bekunden von Schulleiterin Maria Bardenheuer sollen sie „Hemmungen nehmen und Mädchen ermutigen, sich für Technik zu interessieren”.

Der Workshop mit Aufgabenstellungen in Klein- und Großgruppen beinhaltet den Bau des Roboters, die Programmierung des NXT-Bausteins und einfache Programmbeispiele mit den drei Motoren. Es folgt die Vertiefung mit umfangreicheren und komplexeren Aufgabenstellungen unter Einbeziehung der Sensoren.

Auf eine Gemeinschaftsaufgabe folgt die Präsentation vor der Schulgemeinde. Es hat den 12- und 13-jährigen Mädchen „Spaß gemacht”, sie „haben viel gelernt und sie würden es sofort noch einmal machen”, da sind sie sich einig. Besonders „toll war das Zusammenbauen”.

Vielfältige Motivation

Welche Motivation hatten die Mädchen? Anziehend fand eine Schülerin Roboter als Lebensretter, eine andere „wollte mal sehen, was auf sie zukommt”, wenn sie Naturwissenschaften wählt, wieder eine andere war von ihrem Bruder angeregt worden, der bereits einen Roboter gebaut hatte.

Die Roboter mit der Aufschrift „Alien” verfügen über drei Motoren und vier Sensoren, den Geräusch-, Licht-, Tast- und Ultraschallsensor.

Motor A bedient den Arm. Gerne erklärten die Schülerinnen ihren Bewunderern die von ihnen genutzen Begriffe wie „task main” (Hauptaufgabe) oder „set sensor touch” (Berührungssensor einschalten). Vorne liegen Kabel in vier verschiedenen Eingängen, womit Sensoren aufgezündet werden. „On fwd (OUT_BC, 50)” bedeutet „Motoren B und C vorwärts fahren”, 50 steht für die Motorenleistung von 10 bis 100 Prozent. Die Klammern „sind dafür da, dass die Aufgabe abgeschlossen ist”. Gerechnet wird in Millisekunden, zum Beispiel beim Befehl „wait”, hier soll der Roboter 5000 Millisekunden, also fünf Sekunden warten.

Ob solche Workshops in der Fächerwahl letztendlich nicht zu Lasten des Lateinunterrichts gehen, könnte sich der ein oder andere Zweifler fragen. „Nein, den Kindern ist bewusst, dass das keine geringen Anforderungen sind”, meinte die Schulleiterin. Außerdem sei der Lateinunterricht an der Mädchenschule gerade ziemlich beliebt - wahrscheinlich wird er ebenso lebendig vermittelt wie der Informatikunterricht.

Die Roboter gebaut und programiert haben Leonie Schankweiler, Kerstin Schumacher, Pia Reuter, Helene Göbbels, Carolin Reuter, Isabelle Tambour, Jannat Kerroumi, Lea Körfer, Frauke Buckmann Lea Jörres, Judith Henning, Eva Mülfahrth, Sarah Hüneberg und Ronja Gaspers.
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