Aldenhoven - Aldenhovener FDP-Fraktion beschließt ihre Auflösung

Aldenhovener FDP-Fraktion beschließt ihre Auflösung

Von: ahw
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Aldenhoven. Paukenschlag im Aldenhovener Rathaus: Die FDP-Ratsfraktion hat Anfang der Woche ihre Auflösung beschlossen. Das wurde Bürgermeister Lothar Tertel mit einem zweizeiligen Schreiben mitgeteilt.

Mit dem überraschenden Schritt ziehen die Liberalen in der Merzbachgemeinde die Konsequenzen aus internen Querelen, namentlich mit dem FDP-Kreisverband, anhaltendem Mitgliederschwund und dem Image der Gesamtpartei, die am Sonntag bei der Landtagswahl in Berlin mit einem Stimmenanteil von nur noch 1,8 Prozent eine krachende Niederlage eingefahren hat.

Auf Anfrage unserer Zeitung äußerte sich der bisherige Fraktionsvorsitzende Willi Zander zu den Gründen, warum er und seine Fraktionskollegen Thomas Wolter und Jakob Leipertz die Notbremse gezogen haben.

Ein Grund, so Zander, sei der anhaltende Ärger mit dem FDP-Kreisverband. So sei ihm als FDP-Ortsverbandsvorsitzendem in Aldenhoven die Einleitung eines Disziplinarverfahrens angedroht worden, nachdem er mit anderen OV-Vorsitzenden einen Sonderparteitag gefordert hatte, um die künftige Rolle der noch nicht rechtskräftig verurteilten Kreisparteioberen zu erörtern. Das habe ihn so getroffen und geärgert, dass er aus der FDP ausgetreten sei. Da auch Ratsherr Thomas Wolter der Partei inzwischen den Rücken gekehrt hat, sei eine weitere Arbeit im Rat als FDP-Fraktion für die Bürger irreführend und die Auflösung konsequent.

Das fällt zusammen mit dem desolaten Zustand der Liberalen - bundesweit und auf allen Ebenen. „Mir laufen die Mitglieder weg”, konstatiert Zander einen rapiden Mitgliederschwund im OV Aldenhoven, wo die Zahl der Mitglieder von 14 auf vier geschrumpft ist.

Zum rasanten Imageverlust der FDP hat nach Zanders Ansicht auch die öffentliche Demontage des ehemaligen Vorsitzenden Guido Westerwelle beigetragen. Sein Resümee: „Das ist nicht mehr meine Partei.” Deshalb habe er jetzt einen Schlussstrich gezogen.


Für die betroffenen Gemeindeverordneten soll sich indes nach Auflösung der Fraktion „in der Sache nichts ändern”. So laufen vorbereitende Gespräche zur Gründung einer neuen Fraktion, deren Namen Zander noch nicht verraten mochte. Er wird zudem mit den sachkundigen Bürgern, die die FDP in einzelnen Ratsausschüssen vertreten, das weitere Vorgehen besprechen.

SPD-Fraktionsvorsitzender Udo Wassenhoven mochte die internen Querelen bei der FDP nicht bewerten, zumal die mit der Arbeit im Gemeinderat nichts zu tun hätten. „Für uns ist wichtig, dass sie im Rat bleiben und die Zusammenarbeit fortgesetzt wird.”

Ähnlich äußert sich FWG-Sprecher Dieter Froning. Bei der Arbeit im Rat wirkten Personen zusammen und er habe keine Zweifel, dass das so bleiben werde. „In den Themen sind wir ganz nah zusammen.”
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