Aldenhovener Bündnis gegen Rechts besteht zehn Jahre

Von: gre
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Die Teilnehmer des kleinen Jubiläums erinnern sich daran, wie wichtig es ist, „den Anfängen zu wehren“. Das Aldenhovener Bündnis gegen Rechts feierte zehnten Geburtstag. Foto: Greven

Aldenhoven. Vor genau zehn Jahren wurde das „Bündnis gegen Rechts“ geschmiedet. Ausgangspunkt war die Bürgermeisterwahl im Jahre 2007, als plötzlich der Dürener Ingo Haller als Gegenkandidat zu Lothar Tertel auftrat und in Aldenhoven 196 Stimmen für die NPD holte, 3,8 Prozent der abgegebenen Stimmen. Das war das Alarmsignal, den Anfängen zu wehren.

Doch auch zehn Jahre danach ist die Präventivarbeit nach wie vor notwendig. Charles Cervigne, der auch persönliche negative Erfahrungen mit den Rechtsradikalen gemacht hat, unterstrich diese Notwendigkeit. Er erinnerte daran, dass beispielsweise in 2016 im Bundesgebiet 921 Anschläge gegen Flüchtlinge und deren Heime stattgefunden haben, von denen nur vier aufgeklärt worden seien und es nur eine Verurteilung gegeben habe. Ein Zeichen dafür, dass „Präventivarbeit ein Dauergeschäft“ ist und die nachwachsenden Generationen wissen und erfahren müssen, „dass alles was von rechts kommt, vom Bösen ist“.

Cervigne erinnerte daran, dass es vor rund 50 Jahren in unserem Raume eine gelungene Migration gegeben habe, als damals die vielen Bergleute aus ganz Europa zugewandert sind. Heute gebe es stattdessen die „unerträglichen menschenverachtenden Parolen gegen die Flüchtlinge“. Deshalb brauche es heute „mehr denn je engagierte Bürger, die unsere Demokratie verteidigen“.

Ein Beispiel für eine die Jugend ansprechende Präventivarbeit wurde zum Jubiläum in der evangelischen Kirche geliefert. Mit Hilfe des Aldenhovener Künstlers Karl-Heinz Schumacher wurde nach dessen Ideen von den 25 Konfirmandinnen und Konfirmanden mit Pinsel und Farbe ein „Lügenteppich“ geschaffen, mit Emblemen und „Fake News“ aus dem Dritten Reich. Über diesen Papierteppich, der den „Falschen Weg“ für die heutige Zeit darstellen soll, gelangt man durch die Kirche bis in den angrenzenden Pfarrsaal, in dem sich die Teilnehmer der Veranstaltung eingefunden hatten.

Dieser „falsche Weg“ ist neben anderen Kreativprojekten Gegenstand einer Dokumentationssendung über Maßnahmen gegen Rechtspopulismus, die im Sommer bundesweit ausgestrahlt werden soll. Deshalb war auch ein ARD-Team vor Ort. Es ist zu erwarten, dass weitere Jugendgruppen das Thema aufgreifen werden. So wird der Jugendrat der Gemeinde einen solchen Lügenteppich in Kürze im Rathaus ausrollen.

Günther Derichs vom Dürener Bündnis gegen Rechts und SPD-Landtagskandidat Fred Schüller als Gäste animierten die Aldenhovener Initiative, ihre gute Arbeit fortzusetzen. Hans-Peter Schüller mit seiner Band trug zur Unterhaltung ebenso bei wie Max Meier vom Aachener Kabarett „Gazastreifen“ mit seinem nachdenklichen Vortrag „Was wäre wenn... Adolf Hitler vor seinem 12. Lebensjahr gestorben wäre“ – nach Auszügen aus imaginären Krankenblättern des Führers.

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