Aldenhoven - Aldenhoven wehrt sich gegen rechte Umtriebe

Aldenhoven wehrt sich gegen rechte Umtriebe

Von: ahw
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Pfarrer Charles Cervigne appellierte an den Gemeinderat, ein Zeichen gegen Rechts zu setzen. Foto: gep

Aldenhoven. Nicht nur nach Beobachtungen des Aldenhovener Bündnisses gegen Rechts haben die neonazistischen Umtriebe in der Bevölkerung der Merzbachgemeinde für Unruhe gesorgt. Auf der jüngsten Sitzung des Gemeinderats erläuterte Pfarrer Charles Cervigne als Sprecher des Bündnisses eine Resolution, die sich gegen die Umtriebe rechtsradikaler Kräfte in Aldenhoven richtet.

Der Geistliche berichtete, dass sich die Zwischenfälle mit Rechtsradikalen seit November 2012 häufen. Cervigne sprach von sechs bis sieben Aktivitäten, bei denen die Erinnerungstafel oder die Gedenkstele beschmiert, Fenster der evangelischen Kirche eingeworfen, deren Front beschmiert oder wo anti-muslimische Parolen aufgebracht worden sind.

„Wir stehen im engen Kontakt mit Polizei und Staatsschutz“, hat die Analyse ergeben, dass die bislang eher unorganisierte rechte Szene in Aldenhoven durch den Druck auf die Gesinnungsgenossen in Aachen nach Absetzbewegungen von dort Zulauf erhalten hat. Cervigne: „Damit müssen wir zurechtkommen.“

So sind etwa rechte Aktivisten aufgefallen, die in Aldenhoven regelmäßig Patrouille fahren, um das Terrain auszukundschaften und dortige Neonazis zu steuern und anzustacheln. „Schweigen ermuntert die Leute, so weiterzumachen“, rief Cervigne auf, Farbe zu bekennen. Eine Bürgerversammlung im April habe diese Richtung bestärkt. So sei eine peppige „Uns-reicht‘s-Aktion“ im Sommer geplant.

Weitere Aktionen sollen im Herbst folgen. Ziele der rechten Umtriebe sind ausländische Mitbürger, die systematischer Schikane ausgesetzt seien, und die in Aldenhoven gepflegte Erinnerungskultur, die durch Schmierereien und Vandalismus beeinträchtigt worden ist, sowie die evangelische Kirche als „spirituelles Zentrum des Widerstands“ gegen Rechts. „Es ist Zeit, die Stimme zu erheben“, appellierte Pfarrer Cervigne an den Rat, sich die von der Bürgerversammlung verabschiedete Resolution zu eigen zu machen und ein Signal zu setzen.

Dieses Ansinnen und der Inhalt der Resolution fanden bei den Fraktionen vollste Zustimmung. SPD-Fraktionsvorsitzender Udo Wassenhoven setzte noch eins drauf. Um das „Farbe bekennen“ öffentlichkeitswirksam zu gestalten, schlug er einen Zusatz aus Kunststoff zu den Ortsschildern vor, mit denen bekundet wird, dass in Aldenhoven und seinen Ortschaften kein Platz für rechtes Gedankengut ist. Bürgermeister Lothar Tertel sieht dafür eine Finanzierungsmöglichkeit.

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