Aldenhoven und Jülich helfen auf Sri Lanka

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Seit vier Jahren ist das ehemalige Haus des Aldenhoveners Sinnathurai Ravendiran eine Schule, zu deren Ausstattung die Benefizveranstaltung beitragen soll. Foto: Sinnathurai Ravendiran

Aldenhoven. Als im Dezember 2004 der schwere Tsunami im Indischen Ozean wütete, riss er mehr als 230.000 Menschen in den Tod und verursachte Sachschäden in nicht bezifferbarer Höhe. Die Verwüstungen waren so schrecklich, dass die Bilder, die damals um die Welt gingen, kaum jemanden unberührt ließen.

Das war Grund genug für Aldenhovener und Jülicher Bürger, die Initiative „Aldenhoven und Jülich helfen“ zu gründen. Sie hatte sich zur Aufgabe gemacht, durch Benefizveranstaltungen Spenden zu sammeln, um damit im Tsunamigebiet Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Die Bürgermeister von Aldenhoven und Jülich, Emil Frank und Heinrich Stommel, hatten die Schirmherrschaft für die Initiative übernommen. Besonders günstig gestaltet werden konnte die Initiative durch die Mithilfe von tamilisch-stämmigen Mitbürgern aus Aldenhoven und Jülich, die persönliche Kontakte zu ihrer Ursprungsheimat, Sri Lanka, das besonders hart vom Tsunami betroffen war, herstellten und als Kuriere der Spendengelder fungierten.

Die Spenden haben sehr viel bewirkt, etw durch den Kauf von einfachen Fischerbooten, Nähmaschinen oder Banalitäten wie Hefte und Stifte, um wieder Schulunterricht abzuhalten.

Die Dankbarkeit der bedachten Menschen war riesengroß. 2006 hatte der Bürgermeister von Mullaitivu, einer Stadt im Nordosten Sri Lankas, Sathasivam Kanagaratnam, Aldenhoven einen Besuch abgestattet und seinen Dank persönlich zum Ausdruck gebracht.

Kurz nach seiner Rückkehr nach Sri Lanka flammte der seit 1983 herrschende Bürgerkrieg wieder auf – der Streit geht um gleiche Rechte für die beiden Volksgruppen, Tamilen und Singhalesen – und Kanagaratnam wurde ein Jahr lang, ohne ein Vergehen begangen zu haben, inhaftiert; seine tamilische Abstammung war Grund genug dafür. 2009 wurden die Tamilen von den Singhalesen als besiegt erklärt. Die noch während des Krieges und nach dem Waffenstillstand begangenen Gräueltaten an der Zivilbevölkerung waren so fürchterlich, dass sie jetzt mit Hilfe der UNO aufgearbeitet werden sollen, damit Versöhnung zwischen den Volksgruppen sich entfalten kann.

Schule aufgebaut

Langsam beginnt der Inselstaat sich zu erholen, und der Wiederaufbau dessen, was Tsunami und Krieg zerstört haben, hat begonnen. So wurde auch das zerstörte Elternhaus von Sinnathurai Ravendiran, der seit 1985 in Jülich lebt, durch seinen Bruder, Sinnathurai Thurairajah auf Sri Lanka wieder aufgebaut und in eine Schule umfunktioniert. Sie liegt in Poonakari, einem winzigen Ort im Nordosten Sri Lankas. Seit 2013 wird dort unterrichtet.

Die Infrastruktur in diesem Gebiet ist mehr als schlecht, so dass Kinder weite Schulwege haben und während der Regenzeit teilweise die Schule überhaupt nicht erreichen können. Hinzu kommt, dass viele Eltern ihre Kinder nicht zur Schule gehen lassen – in Sri Lanka besteht keine Schulpflicht–, weil sie wegen extremer Armut durch ihre Arbeit zum Lebensunterhalt beitragen müssen. Diesen Kindern widmet die Familie Ravendiran besondere Aufmerksamkeit. Oftmals bedarf es eindringlicher Überredungskünste, um die Eltern von der Wichtigkeit des Schulbesuchs ihrer Kinder zu überzeugen. In manchen Fällen war es der Hinweis der Lehrer auf den kostenlosen Imbiss, den die Schüler in der Schule erhalten, der den Ausschlag für die Zustimmung zum Schulbesuch gab.

Gern würden die Verantwortlichen das Nahrungsangebot für die Schüler um eine kostenlose warme Mahlzeit erweitern, aber dazu fehlt das Geld. Die Schule fördert diese Kinder, die nicht altersgerecht eingeschult wurden, so lange, bis sie den Wissensstand Gleichaltriger erlangt haben und in einer öffentlichen Schule mithalten können. Zurzeit sind es 67 Kinder, die dort Förderunterricht erhalten.

Sinnathurai Ravendiran hat 2016 in Jülich den gemeinnützigen Verein „Sinnathurai Children Foundation“ gegründet; durch die dort eingehenden Spenden wird die Schule finanziert. Sie gilt es, tatkräftig zu unterstützen (Spendenkonto: Sinnathurai Children Foundation; IBAN: DE88 4284 0005 03040 888 00; BIC: COBADEFFXXX).

Dazu soll eine am Sonntag, 10. September, um 16 Uhr geplante Benefizveranstaltung im Kapuzinerkeller in Aldenhoven, Kapuzinerstraße 5, beitragen. Dort hält Waltraud Biernatzki eine Lesung ihrer Texte zum Thema „Verantwortung“. Die musikalische Umrahmung übernimmt Susanne Quinker. Der Eintritt ist frei, aber um eine Spende für die Schule in Poonakari wird gebeten. Die eingehenden Gelder sollen für die Beschaffung von Büchern verwendet werden als Grundstock für eine Bibliothek, die außer den Kindern der Schule auch den Dorfbewohnern zur Verfügung steht.

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