Aldenhoven plant den nächsten Windpark

Von: gep
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Windrad
Beiderseits der Inde-Aue sollen maximal acht Windräder gebaut werden. Gerechnet wird mit 800 Metern Abstand zur Wohnbebauung. Foto: dpa

Aldenhoven/Eschweiler. Die Gemeinde Aldenhoven plant den nächsten Windpark. Im Dreieck zwischen dem Kernort, Kirchberg und Fronhoven an der Landesstraße 238 sollen beiderseits der renaturierten Inde-Aue maximal acht Windräder errichtet werden.

Dieses Projekt stellte die Stawag Solar GmbH, Aachen, im Bauverwaltungsausschuss der Gemeinde vor und stieß damit auf Zustimmung. Gezwungenermaßen. Aber mit den laufenden Planungen hat Aldenhoven, so beruhigte Baudezernentin Anita Klotz die Skeptiker, das landesplanerische Soll erfüllt, die geforderte Gemeindefläche für Windkraftkonzentrationszonen auszuweisen.

So fügten sich auch Wolfgang Klems (CDU), erklärtermaßen ein „ausgesprochener Windkraftgegner“, Sascha Poullig (SPD), der das Szenario an die Wand malte, dass Aldenhoven „in 15 Jahren mit Windrädern zugebaut ist“, und Josef Kohl von der Freien Wählergemeinschaft (FWG), der daran erinnerte, dass die Inde-Aue nach früherem Bekunden eigentlich wegen ihrer ökologischen Bedeutung ausgespart werden sollte.

Wie Klotz ferner betonte, gelten auch für künftige Planungen die gemeindlich festgelegten Mindestabstände von 800 Metern zur Wohnbebaung und 500 Metern zu Einzelgehöften. Würde der Abstand, so sagte die Dezernentin auf entsprechende Fragen, auf 1000 Meter vergrößert, müsste man den größten Teil der Anlagen stilllegen bzw. zu den Akten legen.

Wie Dirk Gabler von Stawag Solar erläuterte, sieht die „Maximalplanung“ an der L238 acht Windenergieanlagen (WEA) vor.

Es sind die heute gängigen Anlagen des Typs Vestas V112 mit einer Leistung von 3,3 Megawatt, einer Höhe von 196 Metern („In der Regel plant man heute mit 200 Metern“) und einem Rotordurchmesser von 112 Metern.

Die Jahresproduktion pro WEA liegt bei rund 8,5 Millionen kWh, das entspricht dem Strombedarf von 2400 Haushalten (mit drei Personen) und spart 6,4 Tonnen Kohlendioxid ein. Fünf V112 mit einer etwas schwächeren Leistung von drei Megawatt errichtet Stawag Solar, ein Gemeinschaftsunternehmen der Stadtwerke Aachen, des regionalen Energieversorgers Enwor und des rheinland-pfälzischen Ingenieurunternehmens Juwi, derzeit in der Nähe des Weilers Hausen, hier werden insgesamt 15 MW installiert. Im Bau ist zudem derzeit ein Windpark in Echtz an der Autobahn A4.

Flächennutzungsplan

Wie der Ausschussvorsitzende Reinhard Paffen erklärte, müssen die bisherigen Potenzialflächen an der Inde-Aue nun im Flächennutzungsplan dargestellt werden. Dies dürfte ein Jahr erfordern. Nach etwa einem weiteren Jahr, in dem auch die gesamten Prüfungen nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) erfolgten, könnten die Anlagen in Betrieb gehen.

Paffen verwies darauf, dass auch Eschweiler und Jülich in diesem Grenzgebiet Ambitionen hätten, aber Aldenhoven habe planerisch „die Nase vorn“. Das solle aus wohl verstandenen Eigeninteresse so bleiben. Aber „wir sollten uns mit Jülich und Eschweiler zusammensetzen“ und „unter allen Umständen versuchen“, einen interkommunalen Windpark zu errichten. Dann könnten, so Paffen, im Süden insgesamt etwa 20 Windräder errichtet werden.

Es geht natürlich auch um Geld. Eine Anlage bringt über 20 Jahre gerechnet etwa eine Viertelmillion Euro an Gewerbesteuern ein. Stawag Solar, so Gabler, führt nicht wie üblich 70 Prozent, sondern 90 Prozent der Gewerbesteuer an die Kommune mit den WEA-Standort en ab, der Rest geht an die Kommune mit dem Unternehmenssitz.

Pachteinnahmen

Zudem fallen Pachteinnahmen für kommunale Grundstücke, Kabel- und Wegenutzung sowie Ausgleichsflächen an. Stawag Solar übernimmt auch die Kosten des Planungsverfahrens, das sind etwa 150.000 Euro. Desweiteren profitieren, so Gabler, auch die privaten Eigentümer der Flächen. Von bis zu 40.000 Euro Jahrespacht pro Hektar ist in Fachkreisen die Rede, zudem ist eine Ertragsbeteiligung mittlerweile die Regel.

Es gibt aber auch Modelle, um Kommunen und Bürger finanziell an den Betreibergesellschaften zu beteiligen etwa über eine Genossenschaft („das gängige Modell“) oder (zeitlich befristete) Umweltsparbriefe mit „relativ kleinen Beträgen“, sagte Gabler.

Jedenfalls, so wertete Paffen im Ausschuss der Stärkungspakt-Kommune das Stawag-Solar-Projekt, „wären wir mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn wir nicht zustimmen würden“.

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