Aldenhoven leitet Schmutzwasser nach Jülich

Von: Volker Uerlings
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Die Aldenhovener Kläranlage am Merzbach entspricht nicht mehr dem Stand der Technik und wird vom Wasserverband in eine Pumpstation umgebaut. Foto: Wolters

Aldenhoven. Im Aldenhovener Bauverwaltungsausschuss sind am Donnerstag diverse anstehende Tiefbauprojekte vorgestellt oder beraten worden, die das Gemeindegebiet tangieren. Dazu gehörte auch die geplante Überleitung des zu klärenden Schmutzwassers von der Kläranlage Aldenhoven, die in eine Pumpstation umgebaut wird, zur Kläranlage in Jülich.

Der Grund: Eine Ertüchtigung der Kläranlage der Merzbachgemeinde auf den Stand der Technik würde mehr als zehn Millionen Euro kosten, während es in der Jülicher Anlage offenbar noch freie Kapazitäten gibt. Eine Vergleichsrechnung beim Wasserverband Eifel-Rur (WVER) hatte offenbar ergeben, dass sich eine Ertüchtigung der Aldenhovener Anlage nach dem neuesten Stand der Technik nicht lohne und die Aufbereitung in Jülich unterm Strich günstiger ist, weil vorhandene Einrichtungen effektiver genutzt werden.

Waldemar Nickel von der Bauverwaltung stellte den Plan vor, wie die Druckleitung mit einem Durchmesser von 450 mm von der Kläranlage an der Köttenicher Mühle bis zur Jülicher Kläranlage am Hasenfelder Weg geführt wird.

Auf dem Weg vom Merzbach, der am Aldenhovener Klärwerk vorbeiführt, bis ins Rurtal müssen unter anderem die Autobahn 44 und die neue Anschlussstelle Jülich-West der A 44 unterquert werden. Meistenteils verlaufe die Trasse unter Feldwegen und erhalte eine etwa einen Meter starke Überdeckung. Zudem seien Schächte für die Revision und Belüftung der Leitung vorgesehen. Vor Erreichen des Zieles würden eine aus Bourheim kommende Transportleitung und die Druckleitung aus Aldenhoven zusammengeführt.

Wie Nickel weiter berichtete, sind Entwurfs- und Ausführungsplanung für den knapp vier Millionen Euro teuren Umbau der Aldenhovener Kläranlage fertig. Bis zum Sommer werde die Genehmigung erwartet, der Umbau sei für 2018 vorgesehen.

Bauamtsleiterin Anita Klotz ergänzte, dass die Bürger in Aldenhoven somit ab 2020 mit höheren Abwassergebühren rechnen müssen, wenn die Investitionen in den Beitrag der Gemeinde an den WVER einfließen. Dazu kommen noch die Folgekosten für die Pumpstation, auf die aus dem Ausschuss hingewiesen wurde und die ebenfalls in die Beitragsrechnung der Gemeinde an den Wasserverband einfließen werden.

Das zu klärende Wasservolumen, das von Aldenhoven nach Jülich gepumpt wird, bezifferte die Verwaltung auf rund 400.000 Kubikmeter. Ein anderer Teil der rund 640.000 Kubikmeter, die jährlich in Aldenhoven an Frischwasser verbraucht werden, wird von der ehemaligen Kläranlage in Siersdorf nach Setterich gepumpt, wo der WVER ein vergleichbares Modell des Schmutzwasser-Managements etabliert hat.

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