Aachen/Aldenhoven - Aldenhoven dreht an der Steuerschraube

Aldenhoven dreht an der Steuerschraube

Von: gep
Letzte Aktualisierung:

Aachen/Aldenhoven. Die Gemeinde Aldenhoven, die zwangsweise im Zuge NRW-Stärkungspaktes Stadtfinanzen saniert werden soll, muss an der Steuerschraube drehen.

Denn sie ist per Gesetz verpflichtet, die Einnahmen zu erhöhen und die Ausgaben zu senken - unter Mithilfe der Gemeindeprüfanstalt (GPA) NRW, die die Gemeinde unlängst durchleuchet hat.

Daher schlägt Bürgermeister Lothar Tertel dem Gemeinderat eine Anhebung der Hunde-, Gewerbe- und der beiden Grundsteuern vor - auch mit Blick auf die Steuersätze in den anderen 33 Kommunen im Stärkungspakt.

Danach soll die Hundesteuer, „seitens der GPA dringend emphohlen”, rückwirkend zum 1. Januar erhöht werden - von 72 auf 84 Euro etwa bei einem gehaltenen Hund. Bei gut 1100 steuerpflichtigen Tieren ergibt sich per saldo eine Einnahmensteigerung von 96.000 auf rund 110.000 Euro.

Zum Vergleich: In Jülich und Inden sind bei einem Einzelhund 72 Euro, in Linnich 60 und in Titz 60 Euro im Jahr zu zahlen. Eine erhebliche Mehreinnahme erbrächten höhere Realsteuern - plus 163.250 Euro. Dazu müsste der Hebesatz der Grundsteuer A (land- und forstwirtschaftliche Flächen) um 20 auf 267 Prozent angehoben werden.

Die Grundsteuer B soll um ebenfalls 20 auf 443 Prozent steigen. Die Gewerbesteuer würde um zehn auf 431 Prozent klettern. Der Eigentümer eines durchschnittlichen Einfamilienhauses würde dann, so die Beispielrechnung aus dem Rathaus, mit 429,71 Euro 19,40 Euro mehr im Jahr an Grundsteuer B entrichten.

Der Bürgermeister weist ausdrücklich darauf hin, dass der Lückenschluss von Einnahmen und Ausgaben „u. a. über eine speziell ausgewiesene und zeitlich begrenzte Anhebung des Hebesatzes auf die Grundsteuer B, den sogenannten Bürgerbeitrag, erfolgen soll.

Zum Vergleich: In Linnich liegt der B-Hebesatz bei 452, in Inden und Titz bei 420 sowie in Linnich bei (vorgeschlagen von der Stadtverwaltung) 427 Prozent.

Der Gewerbesteuer beträgt in Jülich 438, in Inden 440, in Linnich (vorgeschlagen) 426 und in Titz 413. Nach den Vorgaben des Stärkungspaktes muss Aldenhoven bis 2016 den Haushaltsgleich bewerkstelligen. Dazu zahlt das Land aber eine jährliche Konsolidierungshilfe von 886.000 Euro. Die Gemeinde hat ein Defizit von rund 4,5 Millionen Euro.

Durch den Stärkungspakt werden die Handlungsspielräume noch enger. Denn im Bedarfsfall kann die Bezirksregierung in Köln einen „Bevollmächtigten” einsetzen. Dieser Sparkommissar trifft dann anstelle des entmachteten Gemeinderates und Bürgermeisters alle wichtigten finanzpolitischen Entscheidungen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert