Jülich - Aktion: Wo „verduftet“ Heizenergie?

Aktion: Wo „verduftet“ Heizenergie?

Von: ptj
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Aktionsbetreuerin Susanne Krol erklärt das Thermogramm eines Wohngebäudes. Foto: Jagodzinska
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So sieht die Thermografin den Probanten durch die Wärmebildkamera. Foto: Jagodzinska

Jülich. Die Haare der Probandin leuchten auf dem Wärmeporträt genauso gelb wie ihre Kleidung, ihr Gesicht ist krebsrot, ihre Brille gelb-grün. Dieses Thermogramm, aufgenommen am Infostand in der Stadtbücherei Jülich, ist Teil einer Thermografie-Aktion der Verbraucherzentrale NRW. Diese gibt laut Aktionsbetreuerin Susanne Krol einen „kleinen Vorgeschmack“ auf die laufende Aktion „Thermografie plus Energieberatung“, die energetische Schwachstellen von Gebäuden aufdeckt.

Das Motto lautet: „So haben Sie Ihr Haus noch nie gesehen“. Die Aktion begann im vergangenen November und läuft bis Ende März, „wenn das Wetter es zulässt“. Soll heißen: Das Thermometer darf höchstens fünf Grad anzeigen, und es darf nicht zu lange hell sein, damit die Thermografen des beauftragten externen Büros „Senza fili“ aus Hürth früh morgens oder spät abends ihre Außenaufnahmen machen können, im Abstand von etwa 15 Metern zum Haus. Zeigen die Aufnahmen tiefrote beziehungsweise helle Farben an, entweicht teure Heizenergie nach draußen.

Die ausreichende Dämmung fehlt, etwa an undichten Fenstern und Türen, Heizkörpernischen oder an ungedämmten Rolladenkästen. Zur Auswertung der Messtechnik sei allerdings „Fachwissen zu bauphysikalischen Schwachstellen von Gebäuden“ vonnöten. Deshalb könne die Termografieaktion (Kostenfaktor 119 Euro für vier Bilder) nur gemeinsam mit anschließender 90-minütiger Beratung durch die Verbraucherzen-trale für 60 Euro gebucht werden.

Vor 2002 errichtete Häuser

Die Zielgruppe sind Haus- und Wohnungseigentümer von vor 2002 errichteten Gebäuden oder Wohneinheiten, die eine energetische Sanierung erwägen und dafür später auch spürbare Ergebnisse und ein besseres Wohnklima erwarten.

Der Thermograf setzt meist eine Regenbogenpalette ein, die die unterschiedlichen Oberflächentemperaturen durch verschiedene Farben darstellt, von kühlen Blau-/Grünabstufungen bis hin zu warmen Objekten in den Abstufungen Rot/Weiß. Neben der Abbildung ist analog eine senkrecht angeordnete Farbskala mit den genauen Messwerten zu sehen.

Die aussagekräftige Messung eines Gebäudes erfordert eine Differenz von mindestens zehn Grad Celcius zwischen der Innen- und Außentemperatur. Bei fachgerechter Ausführung profitieren schließlich Bauherrn, Handwerker und die Umwelt.

Das Prozedere funktioniert so: Nach der Anmeldung – Kontaktdaten sind in der Infobox am Ende des Artikels zu finden – kündigt sich kurzfristig der externe Thermograf an, der seine Aufnahmen in der Dunkelheit im Außenbereich des Hauses macht. Diese werden der Verbraucherzentrale zugeschickt, die sich nach der Heizperiode mit den Bildern in Händen zur Beratung ankündigt. Die Aktion ist begrenzt, die Verbraucherzentrale verfügt über ein Kontingent von 100 Plätzen, von denen die Hälfte belegt sind.

Mit dem Angebot in der Stadtbücherei zeigte sich die Aktionsbetreuerin zufrieden.

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